Erpresser muss in Haft

Der Angeklagte verbirgt sein Gesicht hinter einem Schreibblock. In der Verhandlung nahm er kein Blatt vor den Mund und bekannte sich der Erpressung von Uli Hoeneß schuldig. Bild: dpa
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Bayern
17.12.2014
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Uli Hoeneß kann sich auf Weihnachten mit der Familie freuen. Der Mann, der ihn erpressen wollte, muss ins Gefängnis. Das Landgericht München II verurteilte den 51-Jährigen am Dienstag zu drei Jahren und neun Monaten Haft.

"Es besteht kein Zweifel an der Täterschaft", sagte der Vorsitzende Richter Oliver Ottmann am Dienstag. "Der Sachverhalt steht fest aufgrund des Geständnisses." Der Angeklagte habe beschlossen, Hoeneß' "Ängste bezüglich der bevorstehenden Haft auszunutzen". Das Gericht blieb mit dem Urteil hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft zurück, die vier Jahre und drei Monate gefordert hatte.

"Der Angeklagte zeigte im Rahmen seiner Persönlichkeit Schuldeinsicht und Reue", begründete der Richter. Zudem habe der 51-Jährige dem seit Juni wegen Steuerhinterziehung inhaftierten Hoeneß und dessen Ehefrau Susanne einen Auftritt vor Gericht erspart. Er betonte aber auch: "Sie sind einschlägig vorbestraft, haben daraus nichts gelernt."

Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte hatte zum Prozessauftakt am Montag gestanden, den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern, der inzwischen wegen Steuerhinterziehung in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech einsitzt, vor dessen Haftantritt mit einem Drohbrief erpresst und 215 000 Euro verlangt zu haben.

Sein Verteidiger Martin Heidenreich betonte die schwierige finanzielle und gesundheitliche Situation des Angeklagten, der mehr als 300 000 Euro Schulden hat und an Diabetes leidet. Er hielt eine milde Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten "für ausreichend".

Hoeneß war wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Weihnachten soll der 62-Jährige Ausgang bekommen und mit seiner Familie feiern können. Im Januar 2015 könnte er Freigänger werden.
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