"Es wechselt die Stelle, aber nicht unbedingt die Person"
374 Stellen für die Oberpfalz

Markus Söder
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Bayern
04.03.2015
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Im Zuge der geplanten Behördenverlagerungen entstehen in der Oberpfalz 374 neue Jobs in der öffentlichen Verwaltung. Das teilte Heimatminister Markus Söder am Mittwoch in München mit. Mit jeweils rund 100 Stellen profitieren die Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie die Stadt Amberg am meisten. So wird in Waldsassen die Geo-Datenbank Bayern mit 70 Mitarbeitern eine neue Heimat finden. In Windischeschenbach entsteht das Zentrum für Digitale Landkarten mit 60 Beschäftigten. Nach Vohenstrauß kommt die zentrale Reiseservicestelle Bayern mit 40 Mitarbeitern. Nach Kemnath wird zudem das Zentrum "Familie und Soziales" mit 20 Beschäftigten teilverlagert.

Das vom Abzug der Bundeswehr betroffene Amberg erhält als Ausgleich die gemeinsame IT-Stelle der bayerischen Justiz mit 64 Beschäftigten sowie das neue Institut für Frühpädagogik mit 34 Mitarbeitern. Kleinere Verlagerungen gibt es in den Landkreis Schwandorf. In Nabburg entsteht ein regionales IT-Zentrum mit 5 Mitarbeitern, nach Schwandorf wird das Landesjugendamt Nord mit 20 Mitarbeitern verlegt. Oberviechtach erhält als Teilverlagerung des Grundbuchamtes München 20 neue Stellen. Im Landkreis Cham werden die Finanzämter Bad Kötzting und Waldmünchen mit insgesamt 41 Stellen vergrößert.

Größter Einzepunkt im Verlagerungskonzept ist der Neubau einer Justizvollzugsanstalt (JVA) für voraussichtlich 350 Häftlinge in Marktredwitz. In dem neuen Gefängnis, das vor allem die Münchner JVA in Stadelheim entlasten soll, werden 186 Beschäftigte einen Job finden. Die dann bayernweit modernste Haftanstalt soll nach Auskunft aus dem Justizministerium über die erste Geriatrie-Abteilung Bayerns für ältere Häftlinge sowie eine Mutter-Kind-Abteilung verfügen.

Alles in Allem umfasst Söders Verlagerungskonzept über 50 Einzelmaßnahmen in allen Regierungsbezirken. Die Verlagerung betrifft 2225 Staatsbedienstete - der Großteil aus München - und 930 Studierende. Söder sagte zu, auf Zwangsversetzungen zu verzichten. Da in den betroffenen Behörden in den nächsten zehn Jahren etwa 1700 Pensionierungen anstünden, werde die Umsetzung überwiegend durch die natürliche Fluktuation erfolgen. "Es wechselt die Stelle, aber nicht unbedingt die Person", sagte Söder. Es sollen aber auch Staatsdiener durch Umzugshilfen und schnellere Beförderungen zum Umzug motiviert werden.