Ex-Chefarzt vor Gericht: Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Körperverletzung
"Ich bin nicht Dr. Pervers"

Der ehemalige Chefarzt im Bamberger Gerichtssaal. Bild: dpa
Archiv
Bayern
15.04.2015
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Ein wegen sexuellen Missbrauchs angeklagter Ex-Chefarzt hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vehement zurückgewiesen. "Ich bin weder Sex-Arzt noch Dr. Pervers", sagte er am Dienstag vor dem Landgericht Bamberg.

Der 49-Jährige ist angeklagt, weil er zwölf junge Frauen im Bamberger Klinikum mit Medikamenten ruhiggestellt und sich an ihnen vergangen haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor. Am zweiten Verhandlungstag nahm der Spezialist für Gefäßchirurgie dazu ausführlich Stellung. Er erklärte dabei, die Handlungen an den Frauen seien stets medizinisch begründete Untersuchungen gewesen. Es sei ihm allein um die Erforschung "neuer Behandlungsmethoden bei Beckenvenen-Thrombose" gegangen.

Er räumte jedoch ein, das Selbstbestimmungsrecht der Frauen nicht beachtet zu haben. Das tue ihm leid, mache ihn aber nicht zum Sexualstraftäter. Die Fotos, die er von der Frauen gemacht hatte, seien zu Dokumentationszwecken entstanden.

Der Mediziner soll zudem bei einem gemeinsamen Ausflug die damals 18 Jahre alte Patentochter seiner Frau betrunken gemacht und laut Staatsanwaltschaft in einem Hotelzimmer missbraucht haben. Dazu machte der Angeklagte am Dienstag keine Angaben. Am 28. April soll der Prozess weitergehen. Das Verfahren dürfte wohl bis zum Frühsommer andauern.
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