Ex-Wachtmeister gesteht Mord

Früher bewachte er Straftäter, nun wird er selbst bewacht. Vor dem Landgericht Traunstein muss sich seit Donnerstag ein pensionierter Justizbeamter (rechts) wegen Raubmordes an einem Rentnerehepaar verantworten. Der Angeklagte räumte die Tat ein. Bild: dpa
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Bayern
30.01.2015
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Die Opfer waren sein Hausarzt und dessen Ehefrau. Ein Ex-Wachtmeister soll das Rentnerehepaar an Pfingsten 2014 umgebracht haben, um an dessen EC-Karte zu kommen. Nun muss sich der Ruhestandsbeamte vor dem Schwurgericht verantworten. Er sieht sich als Opfer der Justiz.

Mit einem umfassenden Geständnis des Angeklagten hat vor dem Landgericht Traunstein der Prozess um den Raubmord an einem Rentnerehepaar begonnen. Der Ex-Justizwachtmeister räumte am Donnerstag ein, seinen langjährigen Hausarzt und dessen Frau am Pfingstmontag 2014 in deren Ferienhaus in Aschau in Chiemgau getötet zu haben. Der 58-Jährige stellte sich bei seiner Vernehmung als Opfer der Justiz dar. Völlig zu Unrecht sei ihm die Betreuung seiner demenzkranken Mutter entzogen worden, schilderte der Ruhestandsbeamte vor dem Schwurgericht. "Ich war psychisch ziemlich am Ende."

Ein Ventil gesucht

Der Mann redete sich regelrecht in Rage. Er sei gerichtlich mit finanziellen Rückforderungen von mehr als 270 000 Euro konfrontiert worden, sagte er. "Wissen Sie, was das bedeutet?", fragte er den Vorsitzenden Richter Erich Fuchs. In dieser für ihn ausweglosen Situation "habe ich ein Ventil gesucht", schilderte er seine Motivlage vor dem Schwurgericht.

Am Pfingstsonntag 2014 fuhr er schon einmal in der Absicht einzubrechen zum Ferienhaus seines langjährigen Arztes, "etwas hat mich aber davon abgehalten". Tags darauf schritt er dann zur Tat. Zu deren Ablauf gab sich der Angeklagte aber wortkarg. "Lassen Sie sich halt nicht jedes Wort aus der Nase ziehen", forderte ihn der Vorsitzende zum Reden auf. Der 58-Jährige gestand daraufhin, dass er von dem Ehepaar überrascht worden sei, als er das Haus durchsuchte. Als ihn die 65-Jährige nach der Aufforderung, die Scheckkarte samt PIN herauszurücken, geschubst habe, "bekam ich Panik". Mit einem mitgebrachten Dachgepäckträger erschlug er zunächst die Frau und erstach dann mit einem Küchenmesser seinen 90 Jahre alten Hausarzt. Die Leichen versteckte er in einem Wald. Von einem Unbeteiligten ließ er 4000 Euro vom Konto seines Arztes abheben, dann wurde er gefasst.

Verteidiger Harald Baumgärtl beschrieb seinen Mandanten in einer Sitzungspause als Mann "mit enormen psychischen Problemen". Das Betreuungsverfahren habe seinen Mandaten existenziell belastet. Am ersten Verhandlungstag wurde denn auch bekannt, dass der Ruhestandsbeamte vor einer Woche in der Untersuchungshaft einen Suizidversuch unternommen hatte.

Urteil für März erwartet

Im Prozess muss sich der 58-Jährige auch für eine räuberische Erpressung im November 2013 in Brannenburg (Landkreis Rosenheim) verantworten. Das Urteil soll am 5. März verkündet werden.
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