"Fantastischer Jahrgang"

Die bayerischen Winzer sind überaus zufrieden mit der diesjährigen Ernte. Nach dem trockenen, heißen Sommer kam noch rechtzeitig der ersehnte Regen, den die Rebstöcke brauchten. Bild: dpa
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Bayern
17.10.2015
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Weniger Trauben, dafür eine hervorragende Qualität. Das ist die Bilanz der bayerischen Winzer für das Hitzerekord-Jahr. Ein Wermutstropfen ist allerdings die geringere Erntemenge. Das hat auch für die Verbraucher Folgen.

Das Jahr 2015 war in Franken so trocken wie zuletzt vor fast 40 Jahren. Die Winzer befürchteten deshalb im Hochsommer bereits das Schlimmste. Doch das Wetter hatte ein Einsehen und schickte rechtzeitig den erlösenden Regen.

Stress für die Weinstöcke

Nun, kurz nach Abschluss der Ernte, ziehen die Experten deshalb eine sehr positive Bilanz: Der sehr trockene und extrem heiße Sommer war zwar purer Stress für die Weinstöcke, aber die Hitze hat gleichzeitig hervorragende, gesunde Trauben mit einem hohen Zuckergehalt hervorgebracht. "2015 ist ein fantastischer, großer, lagerfähiger Jahrgang mit feinen eleganten Weinen", sagte Hermann Kolesch, Präsident der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, in Würzburg.

44 Millionen Liter Saft

Insgesamt haben die Weinbauern in Franken, Schwaben und der Oberpfalz rund 44 Millionen Liter Traubensaft mit einem durchschnittlichen Mostgewicht von 89 Grad Öchsle (2014: 80) in ihre Keller gebracht. Deshalb könnten fast drei Viertel der Trauben als höherwertige Prädikatsweine ausgebaut werden. Im vergangenen Jahr waren etwa die Hälfte der fränkischen Weine Prädikatsweine.

Einen Wermutstropfen gibt es bei aller Freude dennoch: Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Ertrag pro Hektar leicht zurückgegangen. Der lag heuer bei 72 Hektoliter, 2014 waren es 77 Hektoliter. Das liegt daran, dass aufgrund der Hitze sehr viele Trauben von den Stöcken geschnitten werden mussten, um den Rest zu retten. Das habe aber gleichzeitig die Qualität nach oben getrieben, erklärte Kolesch. Für die Konsumenten bedeutet das: Die Preise für 2015er-Wein aus Franken werden im Vergleich zum Vorjahr leicht steigen.
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