Feuerlöscher-Attacke: Lange Haftstrafe für Attentäter
Unglaubliche Gleichgültigkeit

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Bayern
27.08.2015
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Weil er einen Feuerlöscher auf die Frontscheibe einer U-Bahn warf und dabei die Fahrerin im Gesicht und an den Armen durch herumfliegende Glassplitter verletzt wurde, muss ein 24 Jahre alter Fan des 1. FC Nürnberg lange Zeit ins Gefängnis.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte den Mann am Mittwoch wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren und einem Monat Haft. Nach Auffassung des Gerichts schleuderte der Mann vor einem Jahr auf dem Weg zum Franken-Derby nach Fürth absichtlich den Feuerlöscher aus dem eingeschlagenen Fenster der fahrenden U-Bahn heraus auf den entgegenkommenden Zug. Die Richterin sprach von einer "kaum zu übertreffenden Gleichgültigkeit." Die U-Bahn-Fahrerin hatte ausgesagt, der Mann habe beim Werfen des Feuerlöschers direkt in ihre Richtung geschaut. Der Club-Fan hatte den Wurf zugegeben.

Nach seiner Darstellung wollte er aber nicht die U-Bahn, sondern einen Weg neben den Gleisen treffen. Die Verteidigung forderte deswegen nur eine Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung. Das Gericht ging mit dem Urteil noch über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die sieben Jahre Haft gefordert hatte.
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