Fit für den Ernstfall

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Bayern
19.11.2014
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Was muss ein Pfleger oder ein Arzt tun, wenn plötzlich ein Patient mit Ebola-Verdacht in der Notaufnahme landet? Damit die Klinikmitarbeiter das wissen, bietet ein Würzburger Krankenhaus Ebola-Trainingskurse an.

In Würzburg gibt es das bislang einzige Ebola-Trainingszentrum in Deutschland. Hier werden Helfer für Westafrika in zweitägigen Seminaren auf ihre Arbeit im Ebola-Gebiet vorbereitet. "Wir starten am Donnerstag. Die Kurse sollen bis Weihnachten ein- bis zweimal in der Woche stattfinden", sagte der Chefarzt der Missionsärztlichen Klinik, August Stich, der Deutschen Presse-Agentur. Schon jetzt lägen Hunderte Anmeldungen aus ganz Deutschland vor. In der eintägigen Schulung sollen die Teilnehmer lernen, wie sie reagieren müssen, falls ein Patient in der Notaufnahme oder der hausärztlichen Praxis die Kriterien eines Ebola-Verdachts erfüllt und isoliert werden muss.

"Das Anlegen von Schutzkleidung ist nicht trivial. Es reicht nicht, die Schutzkleidung auf den Tisch zu legen und nebenbei ein Youtube-Video einzuschalten", sagte Stich.

In fünf- bis siebenköpfigen Kleingruppen lernen die Teilnehmer aber auch die wichtige Theorie. "Alle Alarme bisher waren Fehlalarme, und die meisten davon hätte man durch zielgerichtete Befragung im Vorfeld schon verhindern können", betonte Stich.

THW liefert Hilfsgüter

Der Tropenmediziner geht davon aus, dass sich in den kommenden Wochen die Zahl der Verdachtsfälle erhöhen könnte, weil viele deutsche Helfer aus Westafrika zurückkehren. Er warnte aber auch vor einer unnötigen Hysterie: "Wir haben ja nicht Hunderte Verdachtsfälle zu erwarten. Sondern es sind einige wenige. Und da muss man das Gesundheitssystem als Ganzes darauf vorbereiten." Es müsse deshalb nicht jede kleine Zweigstelle gleich den Maximaleinsatz proben.

Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie fliegt das Technische Hilfswerk (THW) unterdessen Hilfsgüter nach Westafrika. Eine Transportmaschine mit rund 80 Tonnen Material sollte am Dienstagabend vom Flughafen Berlin-Schönefeld aus nach Sierra Leone starten, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. "Der Bedarf an Hilfe in den von Ebola betroffenen Staaten ist nach wie vor enorm", sagte Ressortchef Thomas de Maizière (CDU) demnach.

In dem Flugzeug befinden sich nach Ministeriumsangaben unter anderem je ein Einsatzfahrzeug des THW für Sierra Leone und eines des Roten Kreuzes für das Ebola-Behandlungszentrum in Liberia. Auch dringend benötigte Camp-Ausstattung für internationale Einsatzkräfte sei an Bord.
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