Flitzen in Franken

Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (von links), der Landrat des Landkreises Fürth, Matthias Dießl, und Innenminister Joachim Herrmann mit Fahrrädern. Sie stellten am Freitag das Projekt Radschnellwege im Großraum Nürnberg vor. Bild: dpa
Archiv
Bayern
18.07.2015
26
0

Die Niederlande machen es vor - bald schon könnten auch im Großraum Nürnberg die ersten "Radler-Autobahnen" entstehen. Gutachter sollen nun die Machbarkeit eines solchen Projekts prüfen. Planer stehen vor allem in den engen Innenstädten vor großen Problemen.

Auf der "Radler-Autobahn" schnell und sicher zur Arbeit kommen - dieser Traum so manchen Radfahrers könnte in Nürnberg in ein paar Jahren Wirklichkeit werden. Mit der Vergabe eines Gutachtens wollen Städte und Landkreise im Großraum Nürnberg den ersten Schritt dorthin tun. Dabei sollen Verkehrsplaner prüfen, wo kreuzungsfreie Radschnellwege sinnvoll und machbar sind, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) am Freitag erläuterten. Der Freistaat trägt die Hälfte der Gutachterkosten von 170 000 Euro.

Radschnellwege sollten nach Vorstellung von Herrmann zumindest außerhalb von Ortschaften "über selbstständige, bevorrechtigte und kreuzungsfreie Trassen, getrennt vom Fußgängerverkehr verlaufen". Die Fahrbahnen sollten so breit sein, dass Radler sicher und gefahrlos überholen können. "Wichtig ist vor allem, dass Radfahrer auf solchen Trassen Vorrang haben. Denn ein Radweg, auf dem er alle paar hundert Meter vor einer roten Ampel steht, ist für Radfahrer unattraktiv", unterstrich der Minister. Die an dem Pilotprojekt beteiligten fünf Städte und vier Landkreise haben bereits rund 20 Trassenvarianten für Radschnellwege ermittelt. Bedarf sehen die Kommunen unter anderem für schnelle Radverbindungen zwischen Nürnberg und Erlangen, Erlangen und Herzogenaurach sowie vom Landkreis Roth in die Nürnberger Innenstadt. Die Gutachter sollen davon die fünf bis sechs Trassen mit dem größten Bedarf ermitteln. "Das ist nicht so ganz trivial, wie man sich das vorstellt", sagte Maly. Vor allem im Innenstadtbereich fehle vielerorts der Platz. "Da wird man Verkehrsräume ein Stück weit neu verteilen müssen", erläuterte der Rathauschef.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.