Folgen der Hitze: Unterfranken leidet unter größter Trockenheit seit fast 40 Jahren
Flüssige Hilfe aus dem Süden

Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf. Archivbild: Hartl
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Bayern
14.07.2015
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Unterfranken hat mit der größten Trockenperiode seit fast 40 Jahren zu kämpfen. "Vielleicht wird sogar der Steppensommer von 1947 erreicht", sagte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) am Montag laut Mitteilung. Das bestätigte auch der Deutsche Wetterdienst (DWD). "Es herrscht in Unterfranken derzeit eine extreme Dürre", sagte Agrar-Meteorologe Harald Maier. Seit Februar habe der DWD in der Region in jedem Monat ein Niederschlagsdefizit registriert. Zudem verdunste aufgrund des heißen Wetters in den vergangenen Wochen sehr viel Wasser.

Das hat Auswirkungen auf die Bäche und Flüsse, deren Wasserstand und Sauerstoffgehalt so stark sinken können, dass die in den Gewässern lebenden Tiere bedroht sind. Um diese und andere Gefahren abzuwenden, wird laut Ministerium seit Monaten Wasser aus der Donau und der Altmühl über den Main-Donau-Kanal und die Talsperre Rothsee in die fränkischen Flüsse Regnitz, Rednitz und Main gepumpt.

"Aktuell werden pro Minute 30 Tanklastzüge voll Wasser in den Norden gepumpt", erläuterte die Ministerin. "Diese Wassermassen sind eine Lebensversicherung für die Flüsse." Zuletzt war der Sauerstoffgehaltes des Mains wegen der hohen Wassertemperaturen von mehr als 25 Grad Celsius so stark gesunken, dass Experten Alarm schlugen. Dieses sogenannte Überleitungssystem gilt nach Ministeriumsangaben als größtes wasserbauliches Projekt Bayerns. Es hat rund 460 Millionen Euro gekostet. In den vergangenen 20 Jahren sollen auf diesem Weg mehr als 2,4 Milliarden Kubikmeter nach Nordbayern geflossen sein - das entspricht in etwa dem Volumen des Chiemsees.
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