Forscher holen Material aus Höhle - Westhauser-Rettung kostete knapp eine Million
Wieder zurück im Riesending

Unfälle haben die Höhlenforschung mehrfach in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Jetzt sind die Kosten für die Rettung Johann Westhausers klar. Bild: dpa
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Bayern
24.08.2015
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Die Rettung des Höhlenforschers Johann Westhauser aus der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden im vergangenen Jahr hat fast eine Million Euro gekostet. Das bayerische Innenministerium bezifferte die Summe jetzt auf 960 000 Euro. Davon trage der Freistaat einen Großteil, unter anderem für Hubschraubereinsätze der bayerischen Polizei, Material der Bergwacht sowie Lohnzahlungen für die Ehrenamtlichen.

Westhauser selbst übernehme "einen nicht unerheblichen Beitrag", teilte das Ministerium der dpa mit. "Der Anteil entspricht seinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen." Westhauser hatte an Pfingsten 2014 bei einem Steinschlag in der tiefsten Höhle Deutschlands ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. In einer elftägigen Aktion wurde er aus 1000 Metern Tiefe gerettet. Mehr als 700 Helfer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Kroatien waren beteiligt. Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher und die Stiftung Höhlenrettung hatten laut Mitgliederzeitung bereits 15 000 Euro überwiesen. Der Großteil stammte aus Spenden.

Rund 200 Höhlenforscher aus ganz Deutschland kommen vom 3. bis 6. September in Schönau am Königssee zusammen. Sie wollen unter anderem über Unfälle, Rettungsstrategien und Versicherungsfragen diskutieren. Auch Westhauser wird erwartet. Während der Tagung wollen seine Kollegen in die Höhle steigen, um Material herauszuholen. Dies sagte die für Anträge zur Begehung der Höhle zuständige Mitarbeiterin der Gemeinde Bischofswiesen der dpa. Seit der Rettung Westhausers ist die Höhle mit einem massiven Stahlgitter verschlossen.
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