Frau schlägt Pflegejungen (4): Gericht verhängt Haftstrafe
Brutal misshandelt

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Bayern
12.11.2015
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Die schwere Misshandlung ihres Pflegesohnes muss eine Frau aus Niederbayern mit einer Haftstrafe büßen. Das Landgericht Deggendorf verurteilte die 35-Jährige aus dem Kreis Regen am Mittwoch wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie schwerer Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Das vierjährige Kind sei in der Familie misshandelt worden und habe sich die Verletzungen nicht selbst zugefügt, sagte die Vorsitzende Richterin Gisela Schwack am Landgericht Deggendorf. Das Verhalten der Angeklagten sei "unmenschlich und brutal" gewesen. Der Ehemann der 35-Jährigen wurde wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Neben Verletzungen am ganzen Körper hatten die Mediziner eine schwere Verbrennung am Gesäß des Jungen festgestellt. Wie genau diese entstanden war, konnte die Kammer in dem Verfahren zwar nicht aufklären. Dass sich der Bub selbst verletzt habe, "schließen wir aber aus", betonte Richterin Schwack. Zudem habe die Angeklagte versucht, diese Verbrennungen zu verbergen. So hatte sie auch einen Vorsorgetermin bei einem Kinderarzt mit einer Ausrede verstreichen lassen.

Die 35-Jährige, eine ausgebildete Kinderkrankenschwester, sei überfordert gewesen, räumte die Kammer ein. Neben fünf eigenen Kindern hatte die Frau zwei Pflegekinder betreut. Der Vierjährige war schwierig und verhaltensauffällig. Nach Angaben des zuständigen Landratsamtes hätte jedoch eine andere Familie die Betreuung übernehmen können. Die Angeklagte hatte das Urteil zunächst ohne Regung aufgenommen. Erst als die Richterin die fünf leiblichen Kinder der Frau erwähnte, brach sie in Tränen aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger kündigte an, Revision einlegen zu wollen.
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