Freiheit an Dreikönig möglich

Möglicherweise bald wieder in Freiheit: Uli Hoeneß beim Basketball-Bundesliga-Spiel FC Bayern München gegen MHP Riesen Ludwigsburg am 10. Mai 2014 im Münchener Audi Dome. Bild: dpa
Archiv
Bayern
27.12.2014
21
0

Die Schonzeit über Weihnachten ist vorbei. Deutschlands derzeit wohl prominentester Häftling Uli Hoeneß muss nach zwei Tagen Urlaub wieder Abschied nehmen von den Lieben und zurück ins Gefängnis.

Urlaub, raus aus dem Gefängnis und Weihnachten nicht im Gefängnisbett schlafen. Uli Hoeneß durfte an Heiligabend die Justizvollzugsanstalt Landsberg verlassen, um das Fest mit seinen Lieben verbringen zu können. Deutschlands derzeit wohl prominentester Häftling hatte nach knapp sieben Monaten Haft seinen ersten Urlaub bekommen. Am Morgen des 24. traf er im Auto zu Hause ein, seine Frau steuerte den Wagen. Am Freitag hieß es wieder Sachen packen und zurück in die Justizvollzugsanstalt.

Sein Anwalt Tobias Pretsch von der Kanzlei Ufer-Knauer sowie ein Sprecher des bayerischen Justizministeriums bestätigten, dass der Urlaub noch am Freitag enden sollte. Wo und wie Hoeneß die Weihnachtstage im Einzelnen verbracht hat, blieb dabei offen.

Weder Handy noch Laptop

Am 2. Juni war der wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilte Fußball-Manager in die Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech eingerückt. Viel wurde seitdem spekuliert, wie der erfolgreiche Ex-Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern die Haft bewältigt. Genießt der populäre Manager, dem selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einst ihr Ohr lieh, einen Promibonus?

Unter Hinweis auf die Persönlichkeitsrechte sagt das bayerische Justizministerium kaum etwas über die Haftbedingungen des 62-Jährigen. Amtschef Frank Arloth ließ sich aber mal entlocken, dass Hoeneß weder ein Mobiltelefon noch Laptop zur Verfügung stünden. Bekannt wurde auch, dass der Promi-Häftling von anderen Gefangenen weitgehend abgesondert wurde. Zu groß erschien den Behörden die Gefahr, Hoeneß könnte von Mithäftlingen bedroht werden.

Erst am 16. Dezember war ein Mann zu einer Haftstrafe verurteilt worden, der Hoeneß zu erpressen versucht hatte. Der Mann hatte im Mai in einem Drohbrief 215 000 Euro von Hoeneß verlangt und ihm andernfalls einen "unruhigen Haftverlauf" angedroht.

Der Weihnachtsurlaub des einstigen Bratwurstfabrikanten dürfte nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zurück in ein normales Leben sein. Entscheidender dürfte der nach dem Jahreswechsel erwartete Freigängerstatus sein. Hoeneß könnte das Gefängnis dann jeden Morgen verlassen und arbeiten gehen.

Der FC Bayern wartet auf dem Münchner Vereinsgelände an der Säbener Straße schon auf ihn. "Es war sein eigener Wunsch, im Nachwuchsbereich zu arbeiten", sagte Bayern-Präsident Karl Hopfner schon im November. Und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ergänzte am vergangenen Samstag im ZDF-"Sportstudio" über den einstigen Bayern-Präsidenten: "Ab Anfang Januar kommt er zum ersten Mal her, wird dann im Nachwuchs tätig sein."

Bald Freigänger?

Nach getaner Arbeit müsste Hoeneß abends zwar wieder zurück in seine Zelle. Dies muss aber nicht zwangsläufig das Landsberger Gefängnis sein. Infrage kommen auch die Außenstelle Rothenfeld nahe dem Starnberger See oder ein Gebäude in München. Doch erst einmal stand Weihnachten mit den Lieben an.

Am 5. Januar 2015 wird Uli Hoeneß 63. Es könnte sein, dass er dann schon Freigänger ist. Gibt er sich reumütig und wird die Hälfte seiner Strafe zur Bewährung ausgesetzt, könnte Hoeneß im Frühjahr 2016 dann ein freier Mann sein.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.