Freistaat erarbeitet neues Konzept für Walhalla
Mehr Besucher für den Ruhmestempel

Der Ruhmestempel Walhalla bei Regensburg zieht jährlich 200 000 Besucher an. Mit einem neuen Konzept sollen es noch mehr werden, hofft der Landtag in München. Archivbild: Popp
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Bayern
12.11.2015
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Für die Walhalla soll ein neues und zeitgemäßes Ausstellungskonzept erarbeitet werden. Darauf verständigte sich der Kulturausschuss des Landtags einstimmig. Ziel ist es, die Ruhmeshalle für neue Besuchergruppen interessant zu machen und die Informationen museumspädagogisch besser aufzubereiten. Einen Aufnahmestopp neuer Persönlichkeiten, wie ihn die Grünen gefordert hatten, lehnten CSU, SPD und Freie Wähler ab. Die Walhalla wird jährlich von rund 200 000 Menschen besucht.

Auslöser für die emotional geführte Debatte war ein Antrag des Grünen Kulturpolitikers Sepp Dürr. Das auf den Ideen des Erbauers König Ludwig I. fußende Konzept der Aufnahme von "Persönlichkeiten deutscher Zunge", die zum Zusammenhalt des deutschen Volkes Vorbildliches geleistet hätten, sei nicht mehr zeitgemäß, erklärte Dürr. Dieses habe mit der gesellschaftlichen und demokratischen Wirklichkeit von heute nichts mehr zu tun. Ihm gehe es um eine Historisierung der Walhalla und nicht um die Fortsetzung eines nationalistischen Konzepts. Gerhard Hopp (CSU) sprach sich für eine Weiterentwicklung des Konzepts aus, lehnte aber den Verzicht auf weitere Aufnahmen von Persönlichkeiten ab. Alle vier bis sechs Jahre werde über Neuzugänge entschieden, daran solle festgehalten werden. Dem schlossen sich SPD und Freie Wähler an.

Hopp ergänzte, die Kriterien seien zuletzt bereits geändert worden, so dass nun auch Frauenbüsten ausgestellt seien. Dürr konterte dies mit der Aussage, es sei "albern", dass Konzept König Ludwigs so weiterzuentwickeln, "dass da in 2000 Jahren mal 50 Prozent Frauen drin stehen".

Nach langer Diskussion bot Dürr eine Umformulierung seines Antrags an. Die CSU lehnte dies jedoch ab und bestand auf den kurzfristig interfraktionell eingebrachten Initiativantrag. Dieser war im Wortlaut mit dem Dürrs identisch. Demnach soll die Staatsregierung bis Sommer 2016 ein neues Ausstellungskonzept für die Walhalla vorlegen, das dem Landtag als Grundlage für die weitere Beratung dienen soll.
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