Gutachter: Frau vermindert schuldfähig - Keine Einweisung
Mutter schüttelt Säugling zu Tode

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Bayern
14.01.2015
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Im Aschaffenburger Prozess gegen eine Mutter, die ihren Säugling zu Tode geschlagen und geschüttelt haben soll, hat ein Gutachter der Frau verminderte Schuldfähigkeit bescheinigt. Die brutale Reaktion auf das Schreien ihres sechs Monate alten Sohnes sei "ein Ausdruck ihrer mangelnden Fähigkeit, Problemlösungen zu entwickeln", sagte der Gutachter am Dienstag vor dem Landgericht Aschaffenburg. Der Gutachter empfahl jedoch keine Einweisung in eine psychiatrische Klinik.

Die 32-Jährige hatte im vergangenen Juni ihr Kind so lange misshandelt, bis es bewusstlos wurde. Als Grund dafür nannte sie Überforderung, weil der Junge nicht schlafen wollte und unruhig war. Das Baby starb drei Tage später im Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Kopfverletzungen. Die Frau muss sich wegen Totschlags verantworten.

Am zweiten Prozesstag hatte der Ehemann die Aussage verweigert. Ihm und auch den Ärzten hatte die 32-Jährige zunächst erzählt, ihr Sohn sei vom Sofa auf den Steinboden gefallen. Das Paar hat noch einen zehn Jahre alten Sohn. Das Jugendamt war über die Probleme informiert, die Frau lehnte jedoch jede Hilfe ab, weil sie es allein schaffen wollte. Das ursprünglich für Dienstag vorgesehene Urteil wollen die Richter nun am Freitag verkünden.
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