Haft für Brandstifter

Der Lastwagenfahrer hat nach Ansicht der Gerichts deutschlandweit Lastwagen in Brand gesetzt. Der Gesamtschaden beträgt nach Angaben der Staatsanwaltschaft rund 3,5 Millionen Euro. Bild: dpa
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Bayern
10.12.2014
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Aus Rache an früheren Arbeitgebern trieb er deutschlandweit sein Unwesen. Reihenweise steckte ein Mann Lastwagen in Brand und verwüstete Büros. Dafür muss der 60-Jährige nun mehr als zehn Jahre hinter Gitter.

Seinen Rachefeldzug an früheren Arbeitgebern muss ein Lastwagenfahrer mit zehneinhalb Jahren Haft büßen. Das Landgericht Nürnberg-Fürth sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der 60-Jährige deutschlandweit Lastwagen in Brand gesteckt und Büros verwüstet hatte. Zudem habe der Mann Drohbriefe an frühere Chefs verschickt.

Deshalb wurde er nicht nur wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung in Millionenhöhe, sondern auch wegen Nötigung schuldig gesprochen. Überführt wurde der Mann in dem zweimonatigen Indizienprozess vor allem mittels seiner Blutspuren, die Ermittler an einigen Tatorten entdeckt hatten. Der 60-Jährige schwieg im Prozess.

Das Gericht wertete die Brandstiftungen und Sachbeschädigungen als persönlichen Rachefeldzug gegen frühere Arbeitgeber und frühere Kollegen. Der Mann habe allen, von denen er sich ungerecht behandelt gefühlt habe, einen Denkzettel verpassen wollen - wie etwa einer Spedition, die ihm nach einem Streit mit einem Kollegen gekündigt hatte.

Aufbrausendes Wesen

Der Vorsitzende Richter attestierte dem Angeklagten ein "aufbrausendes Wesen". Den größten Schaden richtete der Mann im November 2013 auf einem Firmengelände in Rheine an. Dort setzte er mit Grillanzündern und getränkten Stofflappen gleich 14 Laster in Brand. Allein hier entstand etwa eine Million Euro Schaden.

Die Staatsanwaltschaft hatte Taten zwischen 2008 und 2013 mit rund 3,5 Millionen Euro Schaden angeklagt. Nach Auffassung des Gerichts konnten aber nicht alle Fälle dem Angeklagten nachgewiesen werden.
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