Hans Schuierer und Professor Edmund Lengfelder erhalten "Nuclear-Free Future Award"
Oberpfälzer ohne Atom

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Bayern
17.10.2014
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Die Preisverleihung hat seit 1998 in verschiedenen Ländern der Erde stattgefunden, heuer ist sie in München. Im Alten Rathaus der Stadt werden heute der ehemalige Schwandorfer Landrat Hans Schuierer und der in Weiden geborene Strahlenmediziner Professor Edmund Lengfelder mit dem "Nuclear-Free Future Award" ausgezeichnet.

Die Preise werden jährlich von einer Stiftung vergeben, die der Deutsche Franz Moll ins Leben gerufen hat. Sie gehen an Personen und Organisationen, die sich in besonderer Weise gegen die Kernkraft stark gemacht haben. In einem der Stiftungsleitsätze heißt es: "Das Uran muss in der Erde bleiben." Der heute 83-jährige Hans Schuierer bekommt den "Nuclear-Free Future Award" für seinen Einsatz gegen die in den 1980-er Jahren geplante Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf. Der aus Klardorf bei Schwandorf stammende SPD-Politiker hatte sich an die Spitze einer Widerstandsbewegung gestellt und gilt bis heute als deren Gallionsfigur. Schuierers Kampf gegen die WAA, der nach Ansicht der Preisstifter mit vielerlei Anfeindungen und Attacken der damaligen CSU-Staatsregierung einher ging, endete erst, als das gigantische Atomprojekt 1989 zu den Akten gelegt wurde. Bis dahin waren bereits Milliarden verbaut.

Professor Edmund Lengfelder, Strahlenmediziner und Strahlenbiologe, hatte 2013 zu seinem 70. Geburtstag einen großen Wunsch geäußert: "Den baldigen Atomausstieg." Unmittelbar nach der Tschernobyl-Katastrophe ging der gebürtige Weidener nach Weißrussland und in die Ukraine, gründete später ein medizinisches Zentrum und behandelte dort bis heute zusammen mit anderen Fachärzten über 160 000 Schilddrüsen-Patienten.

Als Festredner tritt ebenfalls ein Oberpfälzer auf. Professor Heribert Prantl, bundesweit bekannter Autor und Journalist, wird die Bemühungen und Verdienste beider Männer beschreiben. Außerdem spricht der Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter.
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