Heckenschütze soll zwölf Jahre in Haft

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Bayern
14.10.2015
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Er war ein Waffennarr und schoss aus seiner Wohnung wie ein kleines Kind mit einer Spielzeugpistole auf stehende und fahrende Fahrzeuge. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll ein Rechtsanwalt aus Nürnberg dafür jetzt mit einer langen Freiheitsstrafe büßen.

Wegen versuchten dreifachen Mordes hat die Staatsanwaltschaft im Nürnberger Heckenschützenprozess zwölf Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Der Rechtsanwalt soll zwischen August und November 2014 an der Nürnberger Südwesttangente auf stehende und fahrende Fahrzeuge geschossen haben. Laut Anklage traf er dabei zwei Autos in rund 100 Metern Entfernung mit drei Schüssen aus einem Druckluftgewehr.

Knapp am Mord vorbei

Dass es nur beim Mordversuch geblieben sei, sei blanker Zufall gewesen, befand der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Die Verteidigung beantragte eine Bewährungsstrafe von höchstens zwei Jahren. Das Urteil soll heute verkündet werden.

Der 50-Jährige entschuldigte sich am Dienstag für Schüsse aus seiner Wohnung heraus. "Ich weiß nicht, welcher Teufel in mich gefahren ist", sagte der Mann. Bei dem Angeklagten handele es sich um einen Waffennarr, der auf Fahrzeuge geschossen habe, "wie ein kleiner Junge auf der Kirchweih an der Schießbude auf die kleinen Schweinchen", so der Staatsanwalt. Der Mann habe sich ohne Erlaubnis zwei erlaubnispflichtige Gewehre in den Niederlanden bestellt. "Das waren Jagdwaffen", betonte er.

Die Verteidigung hält dagegen eine Bewährungsstrafe von höchstens zwei Jahren für angemessen. Dem Angeklagten habe der Schuss auf das Auto eines Fahrlehrers im Prozess nicht eindeutig zugeordnet werden können. Auf das Auto einer Frau habe er zwar gefeuert, allerdings nicht mit Tötungsvorsatz.
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