Heiße Spur zum Mützenmann

Das unscharfe Standbild einer Überwachungskamera zeigt den mutmaßlichen Täter.
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Bayern
12.06.2015
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Eine spektakuläre Entführung hält die Münchener Polizei in Atem: Sie fahndet nach dem Mann, der die Ehefrau eines Bankers verschleppt und ein Millionen-Lösegeld gefordert hat. Möglicherweise gibt es bereits Klarheit über die Identität des Täters.

Nach dem Überfall auf eine Banker-Familie und der Entführung der Ehefrau fahndet die Polizei mit dem Foto einer Überwachungskamera nach dem Täter. Er sei sogar bereits identifiziert, berichtete die "Süddeutsche Zeitung": Beim Abgleich mit der Polizeidatei seien die Ermittler auf einen etwa 50 Jahre alten Mann aus Brandenburg gestoßen, der dringend tatverdächtig sei.

DNA-Spuren untersucht

Ein Polizeisprecher sagte am späten Donnerstagabend, er könne das momentan weder bestätigen noch dementieren. Die Auswertung sichergestellter DNA-Spuren dauerte einen Tag nach der Entführung noch an.

Die entführte Frau hatte fliehen können. Ein bärtiger Mann hatte am Mittwoch gegen 7.30 Uhr an der Haustür der Familie eines Münchener Sparkassenmanagers im Vorort Ottobrunn geklingelt und Mutter und Sohn mit einer Pistole bedroht. Er fesselte den Jungen und nahm die 46-jährige Frau mit. Dabei hinterließ er einen Brief, in dem er nach Polizeiangaben mehrere Millionen Euro für die Freilassung forderte. Nach Medienberichten soll er 2,5 Millionen Euro Lösegeld verlangt haben mit den Worten "Wir haben Ihre Frau". Ein vorheriger Kontakt der Familie mit dem Entführer sei unwahrscheinlich, sagte Markus Kraus vom Münchener Polizeipräsidium. Der Sparkassenmanager sei "nicht im direkten Kundengeschäft" tätig.

Rätselhafte Fahrt

Der Täter zwang die Frau, in ihr Auto zu steigen, und fuhr eine Stunde lang mit ihr, bis er den Parkplatz eines Lebensmitteldiscounters im Münchener Westend ansteuerte. "Warum er da angehalten hat, wissen wir nicht", sagte Kraus. Der Entführer und die 46-Jährige seien dann aus dem Wagen ausgestiegen und die Frau ergriff die Gelegenheit zur Flucht. Daraufhin floh auch der Täter über ein angrenzendes Firmengrundstück. Dort lief eine Überwachungskamera. Die Bilder zeigen einen schlanken, schwarz gekleideten bärtigen Mann mit Wollmütze und Rucksack.

Die "Süddeutsche Zeitung" zitierte Staatsanwalt Peter Preuß mit den Worten: "Wir haben eine Person im Auge." Der Entführer habe Berliner Dialekt gesprochen, berichtete die Zeitung. "Momentan würden wir auf einen Einzeltäter tippen." Bei seiner Flucht verlor der Täter ein Magazin. Die Polizei geht darum davon aus, dass er eine Softair-Pistole bei sich trug. Die entführte Mutter und ihr Sohn blieben laut Polizei unverletzt.
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