Heute Urteil gegen Rentner, der seinen Nachbarn erstochen haben soll
Anklage fordert lebenslange Haft

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Bayern
29.10.2014
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Gipfelte der jahrelange Nachbarschaftsstreit um Mülltonnen, Grünschnitt und Hundegebell in heimtückischem Mord? Das wird einem 46 Jahre alten Mann aus Randersacker vorgeworfen. Er soll seinen Nachbarn (76) vor einem Jahr mit einem Messerstich in den Rücken umgebracht haben. Die Anklage forderte am Dienstag vor dem Landgericht Würzburg für dieses Verbrechen lebenslange Haft, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Der Angeklagte stritt die Tat ab.

Oberstaatsanwalt Boris Raufeisen sagte in seinem Plädoyer, der Angeklagte habe den Nachbarn hinterrücks und heimtückisch angegriffen und getötet. "Der Stich war wuchtig, er war heftig, er war tief und lang. Bei dieser Wucht des Stiches hat der Angeklagte den Tod billigend in Kauf genommen." Die Männer hätten sich zwar wegen Kleinigkeiten gestritten. "Aber das waren Kleinigkeiten, die sich in der Summe aufaddierten."

Das Opfer lachte nur

Zeugen zufolge ärgerte den Angeklagten immer wieder, dass die Mülltonnen der Nachbarn auf seiner Grundstücksseite standen und deshalb dort Papierschnipsel herumlagen. Er hingegen soll seinen Grünschnitt unrechtmäßig entsorgt haben. Auch störte die Nachbarn das Gebell seines Dackels. Seit Jahrzehnten habe der Angeklagte das Opfer immer wieder verbal attackiert. Der 76-Jährige habe darüber nur gelacht.

Der Angeklagte sagte, er sei zur Tatzeit mit seinem Hund unterwegs gewesen und habe den Nachbarn nicht gesehen. An seiner Hose und seiner Schläfe waren jedoch Blutspritzer und DNA-Spuren des Opfers gefunden worden. Für Verteidiger Bernhard Löwenberg ist das kein zweifelsfreier Beweis. So sei unklar, wie alt die DNA-Spuren seien und wie sie an die Hose gekommen sein könnten. Die Ermittler hätten sich zudem schnell auf seinen Mandanten als Täter eingeschossen und nicht in andere Richtungen ermittelt.

Der tödliche Messerstich im September 2013 überraschte den Nachbarn beim Schneiden einer Hecke. Für die Tat gibt es keine Augenzeugen. Das Urteil soll heute fallen.
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