Hitze und wenig Regen machen Bayerns Bauern zu schaffen
Schwache Ernte

Vertrocknete Maispflanzen stehen am 12.August in einem Maisfeld bei Manching auf trockenem und rissigem Boden. In Bayern herrscht extreme Trockenheit. Foto: dpa
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Bayern
29.11.2015
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München. Weniger Ertrag bei Mais, Kartoffeln, Sojabohnen und Zuckerrüben: Die Folgen des heißen Sommers machen sich bei den Bauern in Bayern bemerkbar. Dennoch sei man noch mit einem «blauen Auge» davongekommen, sagte Anton Huber vom Bayerischen Bauernverband vor dem Klimagipfel in Paris, der am Montag startet. Die Getreideernte sei heuer trotz der langanhaltenden Hitze überdurchschnittlich gut ausgefallen, bestätigte auch Peter Doleschel von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.

Weniger gut gelaufen sei es hingegen für «Kulturen, die sehr wasserbedürftig sind» - und die den Mangel nicht ausgleichen konnten, schilderte Doleschel. Er nannte etwa Kartoffeln, Mais, Sojabohnen und Zuckerrüben. Das Statistische Landesamt hatte für Bayern bereits Ende September die zweitniedrigste Kartoffelernte der Nachkriegszeit angekündigt. Im Vergleich zu 2014 rechnen die Statistiker mit einem um 450 000 Tonnen geringeren Ertrag von 1,42 Millionen Tonnen. Endgültige Zahlen gibt es erst 2016.

Als Folge des Klimawandels mache die Hitze in Verbindung mit Trockenheit während der Wachstumszeiten vielen Pflanzen schwer zu schaffen, sagte Doleschel. Der Deutsche Bauernverband hatte vor der Klimakonferenz bereits gefordert, die besondere Rolle der Landwirtschaft beim Thema Klimaschutz anzuerkennen. «Zunehmender Schädlingsbefall und dramatische Schäden aufgrund von extremen Wetterereignissen (Trockenheit, Stürme, Starkregen) betreffen die Land- und Forstwirtschaft immer stärker.»

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zählte in München heuer so viele heiße Tage wie seit Beginn der Messung 1954 nicht. Insgesamt sei es an 33 Tagen 30 Grad und wärmer gewesen, sagte Volker Wünsche vom DWD in München. In Kitzingen wurde mit 40,3 Grad ein bundesweiter Temperaturrekord gemessen. Der Klimagipfel in Paris geht bis zum 11. Dezember. Wichtigstes Ziel ist es, die Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.
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