Hoeneß jetzt Teilzeithäftling

Für den ehemaligen Fußballmanager Uli Hoeneß geht es bergauf: Er darf das Gefängnis ab sofort zumindest zeitweise verlassen. Zum Schlafen muss der Freigänger wieder zurück in seine Zelle. Archivbild: dpa
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Bayern
03.01.2015
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Zuletzt ging es Schlag auf Schlag: Erst zwei Tage Weihnachtsurlaub, daheim schlafen und mit den Liebsten feiern, an Silvester dann wieder Urlaub vom Gefängnisalltag und nun zum Jahresanfang der ersehnte Freigang.

Uli Hoeneß ist seit Freitag in Halbtagsfreiheit. Das bayerische Justizministerium bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur den Freigang. Das heißt, Hoeneß kann tagsüber außerhalb der Gefängnismauern arbeiten gehen und muss nur zum Schlafen hinter Gitter. Sein alter Arbeitgeber FC Bayern ist auch der neue. Der einstige Patron des Spitzenclubs soll nach Aussage von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der Jugendabteilung beschäftigt werden.

Keine Spur vom Ex-Manager

Allerdings deutete nichts am Freitagmorgen auf dem Vereinsgelände an der Säbener Straße darauf hin, dass Hoeneß als neuer Mitarbeiter angefangen hat. Der FC Bayern befindet sich im Winterschlaf: Kein Training von Manuel Neuer und Co., die Zufahrtsschranke ist heruntergelassen, die Geschäftsstelle zumindest offiziell geschlossen, Winterurlaub, heißt es. Und doch ist Hoeneß seit Freitag - auf den Tag genau sieben Monate nach Haftantritt - Freigänger, hat das Gefängnis am Morgen verlassen. Doch wo ist Uli Hoeneß? Ist dem FC Bayern der große Coup gelungen, seinen prominenten "Neuzugang" unbemerkt von der Öffentlichkeit in die Geschäftsstelle zu schleusen? Mehrfach hatten die Vereinsbosse schließlich gesagt, dass Hoeneß im Nachwuchsbereich des Vereins arbeiten werde. Kürzlich verriet Rummenigge im ZDF-"Sportstudio": "Ab Anfang Januar kommt er zum ersten Mal her, wird dann im Nachwuchs tätig sein."

Hoeneß, der am Montag 63 Jahre alt wird, sitzt seit 2. Juni im Gefängnis von Landsberg am Lech. Am 13. März hatte ihn das Münchener Landgericht wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. 111 Tage nach Haftbeginn - es war der 20. September - bekam er den ersten Ausgang genehmigt, weitere Ausgänge folgten.

Ab März 2016 frei?

Freigang dient laut bayerischem Strafvollzugsgesetz der Wiedereingliederung des Gefangenen. Freigänger können ihre eigene Kleidung tragen und zumindest außerhalb des Gefängnisses Bargeld besitzen. Auch Mobiltelefon und Laptop kommen "zu Aus- und Fortbildungszwecken in Betracht", wie es in den Bestimmungen heißt.

Als Ersttäter darf Hoeneß zudem darauf hoffen, dass die Hälfte seiner Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Auch die Gefängnisleitung in Landsberg scheint dies für möglich zu halten, sonst hätte sie nicht bereits jetzt den Freigang genehmigt. Die Entscheidung darüber trifft freilich die Strafvollstreckungskammer beim zuständigen Landgericht. Hoeneß könnte also Anfang März 2016 ein freier Mann sein.
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