Im Wald lauert Gefahr

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Bayern
04.04.2015
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Tagelang war er übers Land gefegt - und hatte vor allem in Südbayern den Bahnverkehr stark behindert. Mit dem Abzug des Orkans "Niklas" findet der Freistaat langsam zur Normalität zurück. Am Freitag rollten die meisten Züge wieder. Gefahren lauern aber weiter.

Nach dem Abflauen des Orkans "Niklas" mit teils schweren Sturmschäden hat sich am Karfreitag die Lage in Bayern wieder weitgehend normalisiert. So konnte auf fast allen vorübergehend gesperrten Bahnstrecken der Zugverkehr wieder aufgenommen werden. Auch gab es kaum noch Haushalte, die wegen gekappter Freileitungen ohne Strom waren.

Bäume drohen zu kippen

Bis alle Schäden beseitigt werden, könne es aber noch ein paar Tage dauern, teilte die Bahn am Freitag mit. Der bayerische Staatsforst warnte unterdessen vor Osterspaziergängen in sturmgeschädigten Wäldern. Dort drohten immer noch Bäume umzukippen. Querliegende Bäume und gekappte Oberleitungen machten der Bahn auch am Freitag noch auf der Strecke der Werdenfelser Bahn zwischen München und Garmisch zu schaffen. Da zwischen Murnau und Starnberg die Reparaturarbeiten noch andauerten, blieben Fahrgäste in diesem Abschnitt weiterhin auf Busse angewiesen. "Bus statt Bahn" hieß es schließlich auch auf der Bahnstrecke Garmisch-Lermoos-Reute/Tirol.

Probleme bei S-Bahnen

Auch im Außenbereich der Münchner S-Bahn stoppten weiterhin Sturmschäden die Züge. Auf sechs S-Bahnlinien blieben die im weiteren Umland wohnenden Fahrgäste auf den sogenannten Schienenersatzverkehr angewiesen. Nach Angaben der Deutschen Bahn laufen auch auf diesen Streckenabschnitten die Arbeiten auf Hochtouren.

Der Orkan "Niklas" hatte in den vergangenen Tagen vor allem in Südbayern gewütet. Vom Sturm umgerissene Bäume blockierten dort viele Straßen und Bahnstrecken. Von dem 6500 Kilometer langen bayerischen Schienennetz konnte zeitweise fast ein Zehntel nicht mehr befahren werden. Auch Strommasten wurden gekappt. Noch am Donnerstag waren einige Häuser im südlichen Oberbayern ohne Strom. Die Zahl der Haushalte ohne Anschluss habe aber auf unter 300 reduziert werden können, sagte Bayernwerk-Sprecher Maximilian Zängl. Der Schwerpunkt der Schäden liege im Landkreis Weilheim-Schongau. Auch die von Sturmschäden gestoppte Zahnradbahn zur Zugspitze nahm am Freitag "mit kleinen Einschränkungen" wieder ihren Betrieb auf. Lediglich am Vormittag sei es nochmal zu einer dreistündigen Unterbrechung gekommen. Mit neuen Orkantiefs rechnen die Meteorologen vorerst nicht mehr. In Bayern herrsche an Ostern vielmehr wechselhaftes Aprilwetter mit Höchsttemperaturen zwischen zwei und elf Grad, prognostizierte der Meteorologe vom Dienst beim Deutschen Wetterdienst in München. Dabei werde die Sonne in Nordbayern deutlich häufiger zum Vorschein kommen als im Süden. (Seite 17)
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