Kampfansage an Einbrecher

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist bundesweit gestiegen. Eine verbesserte Zusammenarbeit der Einsatzkräfte aus den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg will dem nun mehr Einhalt gebieten. Bild: dpa
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Bayern
25.07.2015
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Steigende Einbruchszahlen bereiten vielen Politikern in Deutschland Kopfzerbrechen. Baden-Württemberg und Bayern wollen im Kampf gegen die Gauner gemeinsame Sache machen. Die Fallzahlen sind dort zuletzt besonders deutlich nach oben gegangen.

Baden-Württemberg und Bayern wollen gemeinsam Jagd auf kriminelle Einbrecherbanden machen. Mit einem Sieben-Punkte-Programm wollen die beiden Nachbarländer mehr Einbrechern das Handwerk legen. "Der Süden soll ein gefährliches Pflaster für Einbrecher sein", kündigte Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) am Freitag in Stuttgart an. Bei der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung beider Länder in Stuttgart sprach Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) von einer "Kampfansage" vor allem an "kriminelle Einbrecherprofis" aus Osteuropa.

Die Einbruchszahlen sind in den vergangenen Jahren bundesweit nach oben gegangen - auf mehr als 152 000 erfasste Fälle im letzten Jahr. Besonders dramatisch war der Anstieg zuletzt in Süddeutschland, mit teils zweistelligen Zuwachsraten. Für das erste Halbjahr 2015 konnte Gall zwar einen merklichen Rückgang der Zahlen verkünden, dennoch gelte es, alle Kräfte zu bündeln.

Das Programm sieht vor allem den tagtäglichen Abgleich von Ermittlungsdaten über verdächtige Personen oder Fahrzeuge vor. Schneller und effektiver wolle man gemeinsam Tatzusammenhänge, Reisewege, Absatzmärkte und Bandenstrukturen rekonstruieren, kündigte Herrmann an. Auch die Auswertung etwa von Schuh- oder Werkzeugspuren soll verbessert werden. Gezieltere Spurenauswertung habe in Baden-Württemberg dazu geführt, dass die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen im ersten Halbjahr bei mehr als 20 Prozent liege, berichtete Gall. Das ist vergleichsweise hoch: Zuletzt pendelte man um 15 Prozent.

Gemeinsam wollen die Südländer zudem Schwerpunktkontrollen etwa an den Autobahnen machen. Erst im März seien in Bayern bei einem Schwerpunkteinsatz an internationalen Verkehrswegen 7700 Personen und 5600 Fahrzeuge kontrolliert worden. Immerhin in 30 Fällen klickten die Handschellen, wie Herrmann berichtete. Ins Visier nehme man vor allem reisende Intensivtäter und osteuropäische Täterbanden, kündigte Herrmann an.

Außerdem setzen die Nachbarländer auf eine Prognosesoftware, mit der sich Einbrüche an bestimmten Orten voraussagen lassen sollen. In München und Mittelfranken habe Bayern damit gute Erfahrungen gemacht, hieß es. 26 Personen seien dadurch festgenommen worden. Die Software Precobs soll in den nächsten Wochen auch in Stuttgart und Karlsruhe getestet werden.
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