Konzertsaal: Harte Kritik von Anne-Sophie Mutter und Musikrat an Ministerpräsident
"Seehofer wurde wortbrüchig"

Ein Glück nur: Politiker seines Schlages kommen und gehen, die Musik aber bleibt.
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Bayern
06.02.2015
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Die Weltklasse-Geigerin Anne-Sophie Mutter hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in der Frage eines neuen Konzertsaales für München Wortbruch vorgeworfen. "Ein Umbau ist kein neuer Konzertsaal", sagte die 51-Jährige im Interview. "Zweifellos ist Seehofer wortbrüchig geworden." Auch Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) habe ihr persönlich zugesagt, dass eine Entscheidung für einen weiteren Konzertsaal fallen wird.

Konzept ruft Unmut hervor

Die in München lebende Musikerin nannte die Festlegung, auf den Bau eines dritten Konzertsaales neben Philharmonie und Herkulessaal zu verzichten, eine "katastrophale Fehlentscheidung". Seehofer unterschätze den breiten Unmut über sein Konzept. Mutter will weiter für den dritten Konzertsaal kämpfen. "Es geht jetzt darum, die Konsequenzen dieser Fehlentscheidung einer breiten Öffentlichkeit deutlich zu machen."

Auch der Bayerische Musikrat bedauert die Entscheidung von Stadt und Freistaat, keinen neuen Konzertsaal in München zu bauen. "Die Mitgliedsverbände im Bayerischen Musikrat registrieren enttäuscht und mit großem Bedauern die Entscheidung", hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Ein neuer Saal hätte zu einem "Anziehungspunkt für eine führende Musikstadt" werden können. "Internationale Strahlkraft braucht den neuen Akzent."

Seehofer bleibt dabei

Trotz massiver Kritik bleibt Ministerpräsident Horst Seehofer dabei, dass kein eigenständiger dritter Konzertsaal in München gebaut werden soll. Stattdessen soll in der alten Hülle der Philharmonie im Kulturzentrum Gasteig ein neuer Saal entstehen.

Der Musikrat forderte, dass für die Umbauzeit des Gasteigs, in der die Philharmonie nicht als Konzertraum zur Verfügung steht, eine Übergangslösung gefunden werden müsse, "die den Konzertbetrieb in München nicht nachhaltig beeinträchtigt". (Angemerkt)
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