Kreidl zahlt die Zeche

Jakob Kreidl. Bild: dpa
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Bayern
07.10.2014
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Für den Miesbacher Ex-Landrat Kreidl (CSU) kommt es knüppeldick: Nicht nur, dass er einen mindestens sechsstelligen Betrag für unzulässiges Sponsoring der Kreissparkasse zurückzahlen soll. Nun ermittelt auch noch die Staatsanwaltschaft gegen den Politiker.

In der Sponsoringaffäre der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee wird nun offiziell gegen den früheren Landrat Jakob Kreidl (CSU) ermittelt. "Wir haben ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der Untreue eingeleitet", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München II, Ken Heidenreich, am Montag.

Zuvor war bekanntgeworden, dass das Geldinstitut Millionenbeträge von Kreidl, Ex-Sparkassenchef Georg Bromme sowie weiteren Ex-Vorständen und -Verwaltungsräten zurückfordert. Ihnen wird vorgeworfen, durch üppige Spenden und unzulässige Ankäufe ihre Pflichten grob fahrlässig verletzt zu haben.

Kreidl (62) hatte sich wegen der Sponsoringaffäre auf Druck von CSU-Chef Horst Seehofer im Frühjahr vollständig aus der Politik zurückgezogen. Er war zudem wegen seines aberkannten Doktortitels und eines privaten Schwarzbaus in die Kritik geraten.

Kostspieliger Geburtstag

Vor allem die Finanzierung der Feier zu seinem 60. Geburtstag im Sommer 2012 war Kreidl zum Verhängnis geworden. Das Fest hatte fast 120 000 Euro gekostet und war nahezu vollständig von der Sparkasse und dem Landkreis bezahlt worden.

Kreidl war zu dem Zeitpunkt Verwaltungsratschef des Geldinstituts. Nach Bekanntwerden der millionenteuren Sponsoringaktivitäten - Immobilienkäufe, Ausflüge von Kommunalpolitikern, teure Renovierungen von Büros - leiteten die Aufsichtsbehörden umfangreiche Untersuchungen ein.

Am vergangenen Mittwoch legte das Innenministerium dem Landtag einen Bericht vor. Demnach fordert die Sparkasse vom damaligen Vorstand insgesamt 4,4 Millionen Euro zurück, davon mehr als 420 000 Euro allein von Bromme, den Rest von allen Ex-Vorständen gemeinsam. Die Rückforderungen an den damaligen Verwaltungsrat summieren sich auf 1,78 Millionen Euro. 131 000 Euro davon soll Kreidl als Ex-Verwaltungsratschef alleine zahlen, den Rest alle Ratsmitglieder gemeinsam.
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