Kriminelle "Blütenträume"

Gefälschte Banknoten beim Landeskriminalamt in München. Bild: dpa
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Bayern
07.08.2015
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In Bayern ist derzeit deutlich mehr Falschgeld im Umlauf als in vergangenen Jahren, gerade auch in ländlichen Regionen. Für Betrüger wird es zunehmend einfacher, an Fälschungen zu kommen. Dunkle Kanäle im Internet machen es möglich.

Sie kaufen mit einem gefälschten 100-Euro-Schein beim Bäcker eine Breze. Im Gegenzug kassieren die Fälscher echtes Wechselgeld und sind weg, ehe der Verkäufer den Betrug bemerkt. Allein im ersten Halbjahr 2015 sei die Zahl der sichergestellten "Blüten" im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 85 Prozent gestiegen, wie Helmut Schäfer, Abteilungsleiter beim Bayerischen Landeskriminalamt, am Donnerstag in München sagte.

Bereits 2014 war die Zahl der sichergestellten Scheine im Vergleich zum Vorjahr um 67 Prozent angewachsen - das entspricht 9523 Noten (2013: 5720 Noten). Am häufigsten würden gefälschte 50-Euro-Scheine aus dem Verkehr gezogen.

In vielen Fällen gingen die Betrüger in kleine Geschäfte, sagte Schäfer. Denn im Gegensatz zu einer Tankstelle hätten diese meist keine Videoüberwachung und kein Prüfgerät. Die Zahl der Betrüger statistisch zu erfassen, sei schwierig. "Wenn jemand einen falschen Schein als Wechselgeld bekommt und mit dem einkaufen geht - wie soll man beweisen, ob er die Fälschung bemerkt hatte oder nicht?" Erfasst würden die Personen, die Falschgeld bewusst gekauft haben, um es in Umlauf zu bringen. 2014 waren das Schäfer zufolge etwa 100 Falschgeld-Betrüger.

Bestellung im Darknet

Als Hauptgrund für den sprunghaften Anstieg sieht der Experte das sogenannte Darknet. Immer öfter werde Falschgeld über verschlüsselte Kanäle im Internet bestellt. In früheren Jahren habe ein Betrüger Falschgeld direkt bei einer Druckerei im Ausland bestellen und sich liefern lassen müssen. Da habe sich die Falschgeld-Problematik vor allem auf Großstädte konzentriert. Heute fänden sich "Blüten" zunehmend auch auf dem Land. Das Darknet mache die Bestellung einfacher. Gerade Schüler kauften auf diesem Weg Falschgeld. Die Bestellung sei jedoch lediglich der erste Schritt. Entscheidend sei dann, die falschen Noten in Umlauf zu bringen, sagt Schäfer. Gerade Unerfahrene verrieten sich dabei häufig.

Schwierige Gefühlssache

Auf den ersten Blick falle das Falschgeld nicht unbedingt auf. Zwar sei das echte Noten-Papier aus Baumwolle, jedoch fühle sich auch das Papier von "Blüten" unter Umständen wie echtes an. Fälschungssicher sei das Wasserzeichen. Bei echten Scheinen sei der darin enthaltene Wert, zum Beispiel die 20, ohne schwarze Kontur zu sehen. Fälschungen hätten dagegen meist eine Kontur.

Menschen, die eine "Blüte" bekommen, empfiehlt Schäfer, zur Polizei zu gehen - auch wenn der Schein nicht ersetzt werde. Denn: Falschgeld wissentlich wieder in den Umlauf zu bringen, ist eine Straftat.
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