Lasterfahrer auf Rachefeldzug

Die Staatsanwaltschaft wirft einem 60-Jährigen vor, zwischen Oktober 2008 und November 2013 deutschlandweit mehrmals Lastwagen in Brand gesetzt zu haben. Allein in Rheine (Nordrhein-Westfalen) soll er auf einen Schlag 14 Laster in Brand gesetzt haben. Bild: dpa
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Bayern
22.10.2014
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Vermutlich aus Frust und Rache soll ein Mann deutschlandweit immer wieder Lastwagen angezündet, Büros verwüstet und Drohbriefe geschrieben haben. Nun steht der 60 Jahre alte frühere Lastwagenfahrer in Nürnberg vor Gericht.

Wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung in Millionenhöhe muss sich ein Lasterfahrer vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 60-Jährigen vor, zwischen Oktober 2008 und November 2013 deutschlandweit mehrmals Lastwagen - teilweise mitsamt der Auflieger - in Brand gesetzt zu haben. Außerdem beschädigte er laut Anklage Büroinventar und bedrohte mehrere Menschen per Brief. Auch Nötigung werfen ihm die Ankläger vor. Insgesamt soll der Mann einen Schaden von mehr als 1,8 Millionen Euro angerichtet haben. Der 60-Jährige äußerte sich beim Prozessbeginn am Dienstag nicht zu den Vorwürfen.

Nach Ansicht der Ermittler befand sich der Lasterfahrer auf einem persönlichen Rachefeldzug. Dieser richtete sich unter anderem gegen seinen Ex-Arbeitgeber, der ihm nach einem Streit mit einem anderen Lkw-Fahrer gekündigt hatte, sowie gegen eine Anwaltskanzlei in Burgkunstadt. Der aus der damaligen DDR stammende Mann saß einst wegen Republikflucht im Gefängnis und wurde später außerdem wegen Körperverletzung verurteilt - seiner Meinung nach zu Unrecht.

14 Laster angezündet

Den größten Schaden richtete der Mann laut Anklage im November 2013 auf einem Firmengelände in Rheine (Nordrhein-Westfalen) an. Dort setzte er mit Grillanzündern sowie mit einer brennbaren Flüssigkeit getränkten Stofflappen 14 Laster in Brand. Zuvor hatte er die Tanks der Fahrzeuge mit einem Hammer beschädigt. Allein an den Lastern entstand etwa eine Million Euro Schaden. Etwa 400 000 Euro waren es bei der ersten Tat in Saara (Thüringen). Damals steckte der Mann fünf Zugmaschinen und ihre Auflieger in Brand. Weitere Tatorte waren Nürnberg, Rednitzhembach (Mittelfranken) und Obertraubling (Oberpfalz).

Auf seine Spur kamen die Ermittler mit Hilfe eines DNA-Treffers. Er hatte sich an einem Tatort verletzt und eine Blutspur hinterlassen. Für den Prozess sind 14 Termine geplant.
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