Laura Leisner (24) arbeitete zwei Monate ehrenamtlich in Bolivien
Warteschlange beim Zahnarzt

Wie Zähne geputzt und fluoridiert werden, zeigte Laura Leisner in Bolivien Kindern und Erwachsenen. Repro: eb
Archiv
Bayern
15.10.2015
86
0
Michelfeld.Laura Leisner (24) studiert Zahnmedizin. Das geht normalerweise auch ohne Spanisch-Kenntnisse. Auf ihrem Weg, Ärztin zu werden, legte sie aber jetzt eine Station ein, bei der ihr die Fremdsprache gute Dienste leistete.

Während ihrer Ausbildung absolvieren Medizinstudenten eine sogenannte Famulatur. Dabei handelt es sich um ein Praktikum in Krankenhäusern oder Arztpraxen. Laura Leisner entschied sich dafür, zwei Monate ehrenamtlich in Bolivien zu arbeiten. Um sich mit den Einheimischen gut zu verständigen, machte sie sich erst einmal mit der Landessprache Spanisch vertraut.

Aufklärungsarbeit leisten

Lauras Abenteuer begann am 30. Juli mit dem Flug von Frankfurt nach Santa Cruz. Zur Reisegruppe gehörten auch zwei Studentinnen aus Jena, eine Zahnärztin und ein Berufsschulkollege. Am Ziel angekommen, standen bereits die ersten Einsätze an. Die Aufgabe der Gruppe bestand hauptsächlich in der Aufklärung. Sie zeigten den Menschen, ihre Zähne richtig zu putzen und fluoridieren. Von besonderer Bedeutung war auch ein Hinweis eines neuen Projektes für den Verein "Dentists and friends", der aus Zahnärzten, Helferinnen und Zahnmedizinstudenten besteht.

Nach einer Akklimatisierungsphase in Santa Cruz und in Sucre ging es nach einer erlebnisreichen Tour über den Salar de Uyuni nach La Paz. Mit 4100 Metern ist es der höchst gelegene Regierungssitz der Erde. An die Luft musste sich die Reisegesellschaft aus Deutschland erst gewöhnen.

Auf der Isla del Sol im Titicacasee, dem zweitgrößten See Südamerikas, spielte sich dann das weitere Leben der Reisegruppe für die nächsten Wochen ab. Nach dem Empfang in den Herbergsfamilien bezogen die jungen Leute einfache Mehrbettzimmer mit einem herrlichen Blick über den See. "Ohne jegliche Internet- und Handyverbindung genossen wir die Vorteile des einfachen Lebens mit atemberaubendem Blick auf die Anden", stellt Laura Leisner im Rückblick fest.

Zahnpasta und Bürsten

Der Verein "Dentists and friends" hat im Jahr 2013 gemeinsam mit "Hostelling International Bolivia" aus Spendengeldern eine kleine Praxis im Ortszentrum von Challa eröffnet. Dort betrieb die Gruppe aus Deutschland Aufklärungsarbeit, ebenso in mehreren Schulen. Damit das Zähneputzen künftig eine größere Rolle spielt, verteilten sie an Kinder und Erwachsene Zahnpasta und Bürsten.

Immer genug zu tun

Laura Leisner erzählt, dass die Warteschlange immer länger wurde: "Ohne jegliche medizinische Versorgung sind die gut 2000 Bewohner der Sonneninsel auf die Einsätze humanitärer Organisationen angewiesen. Unser Team hatte genug zu tun mit Prophylaxe, Füllungs- und vor allem Extraktionstherapie."

Nachdem Laura Leisner noch eine kurze Zeit in Peru war, hat sie die Heimreise angetreten. Zur Zeit studiert sie in Regensburg das letzte Semester Zahnmedizin.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.