LBV: Viele überwinternde und früh heimkehrende Vögel
Störche sind keine Frühlingsboten mehr

Viele Gemeinden, wie hier in Hahnbach (Kreis Amberg-Sulzbach) auf dem Amberger Tor haben "ihre" Störche ins Herz geschlossen. Bild: Huber
Archiv
Bayern
03.03.2015
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(dpa/tos) Die ersten Störche sind da: Seit dem Faschingswochenende kehren vermehrt Tiere aus ihren Winterquartieren nach Bayern zurück. "Die Zahl der Vögel, die hier überwintern, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, und auch die Zahl der frühen Winterrückkehrer nimmt zu. Das hat sich deutlich nach vorne verlagert", erklärte die Storchen-Expertin des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) in Hilpoltstein, Oda Wieding. Sie zieht daher das Fazit: "Der Storch ist kein Frühlingsbote mehr."

Dies hänge allerdings - anders als wahrscheinlich beim Kuckuck - nicht mit dem Klimawandel zusammen. "Es wird immer deutlicher, dass es keinen Zusammenhang mit der Witterung gibt", sagte Wieding. Stattdessen spiele der Mensch eine entscheidende Rolle: In der Vergangenheit wurden Weißstörche vor allem in der Schweiz und im Elsass häufig gezüchtet und durch Einsperren am Zug gehindert. So bekamen sie beigebracht, auch später in der Freiheit im Winter in Europa zu bleiben; andere Tiere übernahmen dies.

"Das Winterverhalten ist massiv beeinflusst durch menschliche Aktivitäten", betonte Wieding. Inzwischen lebten rund 200 Tiere ganzjährig in Bayern. In diesem Winter wirkte sich zudem das Wetter auf das Zugverhalten der Störche aus, die in Spanien überwintert hatten: Hochdruckeinfluss ermöglichte es den Vögeln schon früh, dank der Thermik mit wenig Anstrengung nach Bayern zu fliegen und als erste die Brutgebiete zu besetzen. Auch aus dem Elsass kamen bereits Tiere zurück.

Brutaler Kampf um Nester

"Die Afrika-Rückkehrer kommen erst Ende März bis Ende April rein, die fliegen zum Teil ja 10 000 Kilometer", berichtete Wieding mit Blick auf die traditionelle Zugroute. Diese Tiere finden dann ihr letztjähriges Nest oftmals schon besetzt vor, brutale Kämpfe sind die Folge - bis hin zum tödlichen Ausgang. Die Expertin rechnet damit, dass sich heuer wie 2014 gut 360 Weißstorchenpaare in Bayern ansiedeln. Auf einer interaktiven Weißstorchkarte des Landesbunds können Fans ständig aktualisierte Infos zu den Brutstätten und deren aktuelle Belegung inklusive Storchennachwuchs erhalten.

Die große bayerische Weißstorchkarte

Storchen-Webcams in der Region

Storchennest auf dem 'Haus des Gastes' in Nittenau
Storchennest Pfreimd
Storchennest RodingStorchennest Tirschenreuth

Weitere Webcams in Bayern beim LBV
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