Mann gesteht Mord an Franziska

In einer verlesenen Erklärung gestand der Angeklagte den Mord an der zwölfjährigen Franziska, zeigte aber keinerlei Reue. Bild: dpa
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Bayern
26.02.2015
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Es sind grauenvolle Details, die der Angeklagte im Prozess um den Mord an der zwölfjährigen Franziska vor Gericht einräumt. Er selbst zeigt sich davon äußerlich völlig ungerührt.

"Ja", sagt der Angeklagte und nickt. Nur dieses eine, kleine Wort - ansonsten zeigt er keinerlei Regung. Dabei hat seine Anwältin vor dem Ingolstädter Schwurgericht gerade sein Geständnis vorgelesen. Das Geständnis, dass er vor einem Jahr Franziska auf einem Fahrradweg auflauerte, dass er sie in seinem Auto vergewaltigte, dass er so lange auf ihren Kopf einschlug, bis das Kind tot war, und dass er ihre Leiche in einen Weiher warf.

"Ja", sagt der Angeklagte, als ihn der Richter am Mittwoch fragt, ob das stimmt. Kein Wort des Bedauerns oder der Reue. Kein Wort an Franziskas Familie. Ab und zu dreht sich der 27-Jährige zu seinen Verteidigern um und spricht mit ihnen - ansonsten sitzt er regungslos auf seinem Stuhl und starrt gebeugt auf seine Hände.

Es sind grauenvolle Details, die der Angeklagte über die Erklärung seiner Verteidigung einräumt: Franziska sei ihm an diesem Tag im Februar 2014 aufgefallen, als sie sich mit ihren Freundinnen in einem Skaterpark aufhielt. Dort hatte er bei einer ziellosen Fahrt mit seinem Auto Halt gemacht und laut Musik gehört. Als er sah, wie Franziska mit dem Rad davonfuhr, stellte er sich ihr in den Weg, forderte sie auf, in sein Auto einzusteigen. Dort, so gibt er zu, habe er sich an ihr vergangen - "ohne Gegenwehr, aber erkennbar ohne ihr Einverständnis". Zur Vertuschung dieser Tat habe der Angeklagte beschlossen, das Mädchen zu töten.

Als Tatort habe er sich den Weiher im oberbayerischen Neuburg an der Donau gesucht, in dem Franziskas Leiche später gefunden wurde. Zuerst habe er versucht, das Kind mit seinem Gürtel zu erdrosseln. "Der Tod trat dadurch jedoch nicht ein", heißt es nüchtern in der Erklärung. Darum habe er dann sein Opfer mit dem Kopf auf das verkohlte Holzstück einer Feuerstelle gelegt. "Mit einem zweiten Holzstück schlug der Angeklagte zweimal auf die nach oben zeigende, linke Kopfseite", liest die Anwältin vor.

Weitere Vergewaltigung

Diese Tat hatte schon im Vorfeld des Prozesses, in dem der Angeklagte sich auch wegen Vergewaltigung einer jungen Frau und Missbrauch eines weiteren Mädchens verantworten muss, unglaubliche Wut ausgelöst - bei einem Zellengenossen, der den Angeklagten in der Untersuchungshaft niederstach, und bei einem Familienangehörigen, der ihn vor dem Prozess bedrohte.

Auch seine Verteidiger sahen sich Anfeindungen ausgesetzt, wie Anwalt Adam Ahmed zu Beginn der Verhandlung sagt. Er verliest dazu eine Erklärung: "Wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von diesem, dem Verfahren zu Grunde liegenden Geschehen", sagt er und spricht Franziskas Familie sein Mitgefühl aus. Allerdings habe der Angeklagte einen "selbstverständlichen Anspruch" auf ein faires Verfahren.
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