Marlboro darf weiter mit "Maybe"-Kampagne werben
"Keine besondere Ansprache der Jugend"

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Bayern
02.10.2015
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Der Tabakkonzern Philipp Morris darf weiter mit der sogenannten Maybe-Kampagne für seine Zigarettenmarke Marlboro werben. Das Verwaltungsgericht München hob den Verbotsbescheid des Landratsamtes München am Donnerstag auf. Die schriftliche Begründung steht noch aus. In der mündlichen Verhandlung hatte der Vorsitzende Richter am Vortag aber bereits gesagt, die Kammer könne allein in der Wortkombination aus "Be" (deutsch: "Sei!") und "Maybe" ("vielleicht") keine "besondere Ansprache der Jugend erkennen" - und nur dann hätte die Kampagne dauerhaft verboten werden können.

Philipp Morris warb seit Ende 2011 auf Plakaten, Flyern, Videos und im Kino mit Texten wie "Don't be a Maybe" (frei übersetzt: "Sei nicht unentschieden") mit durchgestrichenen "May" - was im Englischen die Aufforderung "Sei!" stehenlässt - illustriert mit Rauchern. Das Landratsamt verbot im Oktober 2013 diese Werbung, weil sie besonders geeignet sei, Heranwachsende zum Rauchen zu veranlassen. Junge Menschen müssten sich noch finden, und dann komme "so ein Spruch". Dieser reiche, um "den Jugendlichen da abzuholen, wo er abgeholt werden will". Diese Befürchtung teilte die Kammer nicht.
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