Messer-Mörder von Bad Reichenhall zu 14 Jahren Haft verurteilt
"Töten, um sich stark zu fühlen"

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Bayern
11.07.2015
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Er tat es aus purer Mordlust. Während ganz Deutschland in der Nacht zum 14. Juli 2014 den Sieg der DFB-Elf bei der Fußball-WM feierte, nahm der Soldat sein Kampfmesser aus dem Spind, ging in die Stadt und erstach auf der Straße wahllos einen Rentner. Keine halbe Stunde später verletzte er eine Jugendliche in Bad Reichenhall lebensgefährlich. Das Opfer ist seitdem auf dem linken Auge blind.

Für die tödlichen Messerstiche auf den 72-Jährigen und den Überfall auf die 17-Jährige muss der Täter 14 Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Traunstein verurteilte den 21-Jährigen am Freitag nach dem Jugendstrafrecht wegen Mordes und schwerer Körperverletzung. Es erkannte auf besondere Schwere der Schuld, weil die Merkmale Mordlust und Heimtücke gegeben seien.

"Man kann von einem mehrfachen Overkill sprechen", sagte der Vorsitzende Richter Klaus Weidmann in seiner Urteilsbegründung. "Er wollte töten, um sich stark und überlegen zu fühlen", charakterisierte er den Angeklagten, der das Urteil ohne erkennbare Regung aufnahm. Die junge Frau saß währenddessen neben ihren Anwälten und verfolgte die Urteilsbegründung.

Entgegen der Anklagebehörde sah die Jugendkammer im Fall des Messerangriffs auf die junge Frau keinen Mordversuch. Weil der Angeklagte dem fliehenden Opfer hätte nachsetzen und die Tat vollenden können, es aber unterließ, erkannte das Gericht einen Rücktritt vom Mordversuch. Zusätzlich nahm das Gericht in sein Urteil den Vorbehalt der Sicherungsverwahrung auf. Nach Verbüßung der Haft muss geprüft werden, ob der aus Rheinland-Pfalz stammende Mann eingesperrt bleibt.
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