Millionen-Defizit bei Luisenburg-Festspielen

Mit aufwendigen Produktionen - wie hier "Romeo und Julia" 2012 - begeisterten die Theatermacher Hunderttausende Zuschauer vor der Kulisse der charakteristischen Naturbühne. Bild: Bessermann
Archiv
Bayern
11.02.2015
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Bis zu 150 000 Zuschauer pro Jahr, aufwendig inszenierte Stücke: Die Luisenburg-Festspiele sind weit über Oberfranken hinaus bekannt. Doch das hat seinen Preis - und das hohe Defizit könnte die klamme Stadt Wunsiedel überfordern.

Angesichts eines steigenden Defizits bei den Luisenburg-Festspielen hofft die Stadt Wunsiedel auf ein stärkeres Engagement des Freistaats. "Wir wünschen uns eine etwas bessere Förderung", sagte Bürgermeister Karl-Willi Beck (CSU) am Dienstag. Außerdem könne er sich die Gründung einer Festspiel-GmbH vorstellen, um das Land mit ins Boot zu holen.

"Es ist wichtig, dass wir transparent arbeiten möchten", sagte Beck. Bislang ist die Stadt Wunsiedel Veranstalter des Freilichttheater-Spektakels, das im Sommer bis zu 150 000 Zuschauer anlockt. Die Festspiele haben einen Jahresetat von 3,5 Millionen Euro. Bislang fließen pro Jahr etwa 400 000 bis 500 000 Euro aus München.

Interner Prüfbericht

Die "Frankenpost" hatte aus einem internen Prüfbericht der Regierung von Oberfranken zitiert, wonach in den vergangenen Jahren die Fehlbeträge beim Theaterbetrieb gestiegen sind - vor allem wegen der Personalausgaben. 2013 lag das Defizit bei 1,46 Millionen Euro. Zugleich kämpft die Stadt Wunsiedel aber mit großen finanziellen Schwierigkeiten und hat derzeit keinen genehmigten Haushalt. Beck hofft darauf, dass der Freistaat die Kommune bei möglichen Risiken absichert: Kämen beispielsweise in einem verregneten Sommer 10 000 Besucher weniger als kalkuliert, reiße das ein Loch von etwa 350 000 Euro in den Etat - "bei gleichem Aufwand".

Am Theaterbetrieb zu sparen, hält Beck für den falschen Weg. Qualitätseinbußen dürften auf keinen Fall in Kauf genommen werden. "Die Luisenburg-Festspiele sind ein Leuchtturm für ganz Nordbayern", sagte er. Man wolle den Besuchern ein "Theatererlebnis" bieten. In den vergangenen Jahren sei rund um die Felsenbühne viel investiert worden, etwa in neue Betriebsbüros, aber auch in professionelle Bühnenausstattung.

Empfang für Staatsregierung

Eine gute Nachricht aus München haben die Festspielverantwortlichen indes am Dienstag bereits erhalten: Die Staatsregierung richtet heuer zur Eröffnung des Festivals am 26. Juni einen Staatsempfang aus. Damit wolle sie die "überregionale Bedeutung der ältesten und erfolgreichsten deutschen Freilicht-Festspiele" würdigen, hieß es.
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