Minister hilft Festspielstadt

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Bayern
12.02.2015
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Aus München kommen positive Signale, um der Stadt Wunsiedel bei den Luisenburg-Festspielen stärker unter die Arme zu greifen. Intendant Lerchenberg betont, dass das Festival mit vergleichsweise sehr wenig Hilfe aus der öffentlichen Hand auskommt.

Die Staatsregierung hat der Stadt Wunsiedel für die Luisenburg-Festspiele Unterstützung zugesagt. Die Kommune hatte angesichts eines jährlichen Minus bei dem bekannten Festival um mehr Fördergeld aus München geworben. 2014 sind laut Kunstministerium neben 450 000 Euro für den laufenden Betrieb noch 200 000 Euro zusätzlich nach Wunsiedel geflossen. Damit habe man das entstandene Minus weitgehend ausgleichen können.

Michael Lerchenberg betonte, dass das Festival im Vergleich zu anderen Kultureinrichtungen auf nur geringe staatliche Subventionen angewiesen sei. Der Zuschuss der öffentlichen Hand liege bei 5,80 Euro pro verkaufter Karte - "ein in Deutschland einmaliger Wert", sagte er am Mittwoch.

Jährlich 150 000 Zuschauer

Ungleich höher würden beispielsweise die Bayreuther Festspiele subventioniert, mit mehr als 160 Euro pro Karte. "In Wunsiedel erwirtschaften wir fast 80 Prozent des Etats aus Eintrittsgeld und Sponsoreneinnahmen selbst", sagte Lerchenberg. Jährlich kommen bis zu 150 000 Zuschauer ins Freilicht-Theater. Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) habe signalisiert, dass er sich für eine langfristige Lösung einsetzen will, teilte eine Ministeriumssprecherin mit. Für die Landtags-SPD erklärte die Abgeordnete Inge Aures, dass die Festspiele dauerhaft eine sichere Finanzierung benötigen. "Ich bin begeistert von der höchsten künstlerischen Güte, die Intendant Michael Lerchenberg hier geschaffen hat. Das darf nicht gefährdet werden."

Laut einem Prüfbericht der Regierung von Oberfranken war das Defizit bei den Festspielen (Jahresetat 3,5 Millionen Euro) gestiegen, 2013 lag es bei 1,46 Millionen Euro. Zugleich hat die Stadt Wunsiedel als Trägerin keinen genehmigten Haushalt. Bürgermeister Karl-Willi Beck (CSU) hofft auf eine "stärkere Förderung und eine Absicherung" - wenn etwa bei schlechtem Wetter Zuschauer ausbleiben. (Angemerkt)
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