Mit "positivem Herzen" an Projekt herangegangen
Filmemacher überrascht über heftige Kritik an BR-Serie

Schlechte Karten hat der Bayerische Rundfunk derzeit in der Region. Sein Vierteiler "Schöne Oberpfalz" hat für große Diskussionen gesorgt. Hier zeigt der Film Grasoberln - ein Kartenspiel, das es nur noch ganz selten in Bayern gibt, so wie hier in Hetzenbach im Landkreis Cham. (Bild: BR/Michael Zehetmair)
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Bayern
07.01.2015
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Überrascht und auch etwas irritiert zeigte sich Filmemacher Dr. Michael Zehetmair über die teils heftige Kritik an der von ihm verantworteten BR-Sendereihe „Schöne Oberpfalz“. Er sei an das Projekt mit „positivem Herzen“ herangegangen, habe vor allem auch die junge Seite des Bezirks herausstellen wollen, erklärte Zehetmair am Mittwoch auf Nachfrage unseres Medienhauses.

Eine „Münchner Sicht“ könne er nicht ausschließen, da er nun mal aus der Landeshauptstadt komme. Er habe sich für den Vierteiler aber intensiv mit der Oberpfalz auseinandergesetzt. Zu den 32 Drehtagen im Frühjahr 2014 kamen rund 20 Tage Vorbereitungszeit an den Drehorten, an denen er sich viel angeschaut und mit den Einheimischen gesprochen habe.

Romantischer Aspekt der Ruhe

Ähnliche Sendereihen seien in den vergangenen Jahren über den Bayerischen Wald, Bayerisch-Schwaben und Mittelfranken ausgestrahlt worden, berichtete Zehetmair. Bei jeder Reihe gebe es sowohl positive als auch negative Reaktionen, heftige Kritik sei bislang aber ausgeblieben. Er habe die Oberpfalz keinesfalls als einsame, hinterwäldlerische Gegend zeichnen wollen, betonte Zehetmair.

„Ich entschuldige mich bei allen, die sich von der Serie auf den Schlips getreten fühlen.“ Seine Intention sei eine ganz andere gewesen. Die einsamen Landschaftsaufnahmen der nördlichen Oberpfalz etwa habe er aus einem romantischen Aspekt der Ruhe heraus gezeigt. „Ich habe mir selbst überlegt, mit meiner Familie im Raum Tirschenreuth Urlaub zu machen.“

"Gigantische" Einschaltquoten

Der Filmemacher nimmt sich die Kritik zu Herzen, verweist aber auch auf die „gigantischen“ Einschaltquoten zwischen 13,2 und 16,4 Prozent in Bayern. Die Oberpfalz-Serie sei bei den Zuschauern offenbar nicht durchgehend schlecht angekommen.

Die ausgewählten Themen seien freilich immer nur ein subjektiver Ausschnitt, räumte Zehetmair ein. Möglicherweise könnte man in Zukunft kleinräumigere Serien schaffen, die noch genauer auf lokale Besonderheiten eingehen.