Mordfall Gsell: Ex-Frau widerruft frühere Aussagen
"Es gab keine Autoschieberei"

Die Ex-Frau des getöteten Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell, Tatjana Gsell, verlässt mit ihrer Anwältin Nicole Obert den Gerichtssaal. Bild: dpa
Archiv
Bayern
23.10.2014
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Im neuen Prozess um den mysteriösen Tod des Schönheitschirurgen Franz Gsell vor elf Jahren hat seine Witwe Tatjana viele ihrer früheren Aussagen widerrufen. Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth sagte die 43-Jährige am Mittwoch als Zeugin, es habe keinen versuchten Versicherungsbetrug mit Hilfe von Autoschiebern gegeben.

Sie habe zwar Kontakt zu Autoschiebern gehabt, ihn aber abgebrochen. Wegen des Todes von Franz Gsell (76) müssen sich zwei Männer vor dem Landgericht verantworten. Sie sollen den 76-Jährigen 2003 in seinem Haus überfallen und so schwer verletzt haben, dass er später starb. Anfangs waren die Ermittler davon ausgegangen, dass der Überfall auf Gsell mit einem versuchten Versicherungsbetrug in Zusammenhang stand. Eine Autoschieberbande sollte eine Limousine der Gsells ins Ausland bringen, um die Versicherungssumme zu kassieren.

Viele Erinnerungslücken

Tatjana Gsell und ein befreundeter, damaliger Staatsanwalt aus Hof wurden wegen Vortäuschens einer Straftat und versuchten Versicherungsbetrugs verurteilt. Gsell sagte nun jedoch aus, sie habe ihrem Mann zwar von dem Plan erzählt, aber dann die Finger davon gelassen. Auch zu vielen anderen früheren Aussagen sagte sie nun, diese seien falsch gewesen. Gsell begründete dies mit dem Druck, den die Ermittler ausgeübt hätten. "Also mit ihrer Wahrheitsliebe ist es nicht weit her", sagte der Richter zu der 43-Jährigen, die sich sonst auf Erinnerungslücken berief.
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