Mutmaßlicher Entführer gefasst

Archiv
Bayern
30.06.2015
26
0

Noch ist der Mann nicht vernommen, er sitzt erst einmal in Thailand im Gefängnis. Aber es sieht danach aus, dass er mit der Erpressung einer Bankiersgattin in München sein Leben in dem asiatischen Land finanzieren wollte.

Der mutmaßliche Entführer der Frau aus Ottobrunn bei München sitzt in Abschiebehaft. Der 52-Jährige sei am Freitag im asiatischen Land festgenommen worden, teilte die Polizei am Montag mit. Er soll vor drei Wochen die 46-Jährige Frau gekidnappt und eine Millionensumme als Lösegeld verlangt haben.

Wann er nach Deutschland überstellt werde, sei noch offen, sagte der Leiter der Münchner Mordkommission, Markus Kraus. Der Mann sei noch am Tattag in ein Flugzeug Richtung Thailand gestiegen. "Schlecht war er nicht - aber besser waren wir." Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Freiheitsberaubung, erpresserischen Menschenraubs und versuchter schwerer Erpressung. Damit drohen dem aus Nordrhein-Westfalen stammenden Beschuldigten bis zu 15 Jahre Haft.

Zeugen mit Bart getäuscht

Der Täter hatte am Morgen des 10. Juni die Frau eines Sparkassenmanagers in ihrem Haus überfallen, mit einer Pistole bedroht und mit deren Auto entführt. Später konnte die Frau flüchten. Die Bilder von Videokameras zeigen einen Mann mit Bart. Inzwischen habe sich der Tatverdächtige den Bart abrasiert, sagte Kraus. Das habe für Zeugen ein Wiedererkennen erschwert; entsprechende Hinweise seien ins Leere gelaufen. "Wir gehen davon aus, dass er sich den Bart gezielt hat wachsen lassen", sagte der Ermittler. "Der Bart ist besser als eine Sturmhaube."

Der Festgenommene wohnt seit einigen Jahren mit seiner Frau in Nordthailand. Die Ermittler schließen nicht aus, dass der Mann eigens nach München reiste und dort eine Wohnung mietete, um mit der Entführung an Geld zu kommen. Wieso der Mann die 46-Jährige auswählte, ist offen. Der Tatverdächtige sei international zur Fahndung ausgeschrieben worden. Über die deutsche Botschaft und die Behörden in Bangkok sei ihm der Pass entzogen worden. Danach wurde er festgenommen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.