Mutmaßlicher Täter (32) leidet unter Verfolgungswahn
Vater sticht auf Fünfjährigen ein

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Bayern
20.02.2015
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"Mit Abstand das Schrecklichste, was wir je gehört haben": Das Nürnberger Landgericht muss sich eine Tonaufnahme vom Mord an einem fünfjährigen Kind anhören. Vor Gericht steht der psychisch kranke Vater des Jungen. Der 32-Jährige gab die Tat bei Prozessbeginn am Donnerstag zu.

Viele Zuschauer verließen den Saal als die Tonaufnahme abgespielt wurde. Laut Anklage hat der 32-Jährige eine schizophrene Psychose. Er sagte, er habe sich schon lange "von seinem Umfeld" verfolgt gefühlt. Er habe Angst gehabt, "eingesperrt und gequält" zu werden. Im Prozess geht es darum, ob der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. Das Kind war im Mai 2014 in Oberasbach (Kreis Fürth) getötet worden. Die Rechtsmediziner stellten an der Leiche 86 Stiche und Schnitte fest. "In meiner Erinnerung waren es deutlich weniger", sagte der Angeklagte mit gebrochener Stimme.

Mann "verhörte" Sohn

Vor der Tat hatte der Mann sein Kind die ganze Nacht mit Fragen traktiert. Auch diese "Verhöre", wie er sagt, nahm er mit dem Handy auf. Er wollte aus seinem Sohn herausbekommen, ob die Mutter ihm den Umgang verbieten wollte. Am Morgen stach er im Bad auf das Kind ein. Auf der Tonaufnahme hört man Schreie. Dann die Stimme des Vaters: "Es tut mir so leid", sagt er und flüstert: "Ich hab dich so lieb gehabt."
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