Nachbar getötet: Indizien überführen Unterfranken - Keine Heimtücke nachweisbar
Zwölf Jahre Haft für Bluttat

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Bayern
30.10.2014
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Jahrelang hatte er seine Wut auf den Nachbarn in sich hinein gefressen. Schließlich platzte dem Einzelgänger aus Randersacker der Kragen. Mit einem wuchtigen Messerstich in den Rücken tötete er seinen 76 Jahre alten Nachbarn. Für diese Bluttat ist der Mann nun nach einem Indizienprozess zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

"Die Kammer hat keinen Zweifel, dass Sie Ihren Nachbarn vorsätzlich mit einem Messer getötet haben", sagte der Vorsitzende Richter Burkhard Pöpperl am Mittwoch in Würzburg. Blut- und DNA-Spuren des Opfers seien an der Hose und der Schläfe des 46-Jährigen gefunden worden. "Ein Sekundärtransfer dieser Spuren ist für das Gericht nicht ansatzweise erkennbar und nachvollziehbar."

Heimtücke habe dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden können, sagte Pöpperl. Die Kammer sei deshalb der Forderung der Anklage nach einer Verurteilung wegen Mordes nicht gefolgt, sondern habe auf Totschlag erkannt. Augenzeugen für die Attacke gibt es nicht. Die Frau des Opfers, die nur wenige Meter entfernt im Garten arbeitete, hörte nur den Todesschrei ihres Mannes. Auch die Tatwaffe wurde nicht gefunden. Doch die gesicherten Spuren an der Kleidung und dem Kopf des Mannes waren eindeutig zuzuordnen. Der 76-Jährige war im September 2013 beim Schneiden einer Hecke zwischen den beiden Grundstücken getötet worden.

Schweigender Angeklagter

Dem Angriff gingen jahrzehntelange Streitigkeiten um Kleinigkeiten wie illegal entsorgten Grünschnitt, falsch abgestellte Mülltonnen und Hundegebell voraus. Die Tat selbst stritt er zunächst ab. Später sagte er auf alle Nachfragen nur noch: "Ich möchte nichts sagen." Das waren auch seine letzten Worte vor Gericht.
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