NSU-Trio stand offenbar schon 1999 vor der Trennung
"Zschäpe wollte sich stellen"

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Bayern
12.11.2014
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Die Rechtsterroristen des untergetauchten NSU-Trios standen nach Erkenntnis des Thüringer Verfassungsschutzes 1999 kurz davor, sich zu trennen. Das sagte ein V-Mann-Führer am Dienstag als Zeuge im Münchner NSU-Prozess. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wären gern ins Ausland geflohen, Beate Zschäpe "wollte sich lieber stellen", erklärte der Geheimdienstler.

Zu dieser Zeit lebte das Trio seit einem Jahr im Untergrund. Die rassistisch motivierte Mordserie des NSU hatte noch nicht begonnen. Der "Nationalsozialistische Untergrund" soll von 2000 bis 2007 zehn Morde verübt haben. Zschäpe ist Hauptangeklagte im NSU-Prozess. Der V-Mann, den der Verfassungsschützer leitete, war Tino Brandt, der Anführer der Thüringer Neonazi-Szene. Brandt habe berichtet, wie er selbst Kontakt zu dem damals in Niedersachsen lebenden Neonazi Thorsten Heise aufgenommen habe. Brandt habe Heise gefragt, ob der seine Kontakte nutzen könne, um das Trio in Südafrika zu verstecken. Der habe das auch grundsätzlich zugesagt.

Nicht nach Südafrika

Zschäpe habe jedoch nicht nach Südafrika mitgehen wollen, sagte der V-Mann-Führer weiter. Es habe keinen Haftbefehl gegen sie gegeben. "Sie hätte ja jederzeit nach Jena oder ins Elternhaus kommen können". Seine Quelle habe berichtet, dass es Kontakte zu einem Anwalt gegeben habe, der sie habe vertreten sollen. Ungeklärt blieb, warum Zschäpe dennoch mit Mundlos und Böhnhardt weiter im Untergrund lebte.
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