Oberpfalz sicherer geworden

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat Grund zur Freude - und zur Dankbarkeit für "seine" Polizei. Archivbild: dpa
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Bayern
18.03.2015
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Die Oberpfalz ist der einzige Bezirk Bayerns, in dem im vergangenen Jahr die Zahl der Straftaten zurückgegangen ist - um 1,5 Prozent auf 48 645. Die Oberpfalz rückte damit auf Rang drei der sichersten Bezirke vor, hinter Unterfranken und Niederbayern.

Mit 4513 registrierten Straftaten pro 100 000 Einwohner lag die Häufigkeit in der Oberpfalz deutlich unter dem gesamtbayerischen Durchschnitt von 5164. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München vorstellte.

Rechnerischer Rückgang

Die Zahl der im gesamten Freistaat registrierten Straftaten ist 2014 um 2,5 Prozent auf 650 686 gestiegen. Die Sicherheitslage hat sich laut Herrmann dennoch leicht verbessert, weil dieser Zuwachs größtenteils auf Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz zurückging, also keine Kriminalität im eigentlichen Sinn betraf. Rechnet man diese (der gestiegenen Zahl an Asylbewerbern geschuldeten) Fälle aus der Statistik heraus, sank die Zahl der Straftaten sogar um 0,6 Prozent auf 631 450. Die Aufklärungsquote verbesserte sich leicht von 64,1 auf 64,4 Prozent. Mit diesen Werten verteidige Bayern seinen Status als sicherstes Bundesland: "In Bayern leben, heißt sicherer leben", bilanzierte Herrmann.

Sorge bereiteten dem Minister die weiter steigende Zahl der Drogendelikte im Zusammenhang mit dem Rauschgift Crystal. Bayernweit gab es im vergangenen Jahr 3098 Delikte, ein Drittel davon im direkten Grenzland zu Tschechien. Insgesamt wurden dabei 10,6 Kilogramm Crystal beschlagnahmt, 21 Menschen starben am Konsum der Droge. Herrmann kündigte an, den Kampf gegen Crystal unvermindert fortzusetzen. So werde der Kontrolldruck durch die Schleierfahnder der Polizei hoch gehalten und die Kooperation mit Tschechien intensiviert.

Die Fälle von Gewaltkrimininalität sind dagegen weiter rückläufig. 2014 wurden laut Statistik 19 229 Fälle bei der Polizei angezeigt, fast 800 (4 %) weniger als im Vorjahr. Ein leichtes Plus gab es lediglich bei den Tötungsdelikten Mord und Totschlag. Deren Zahl stieg um 12 auf 395. In 325 Fällen blieb es beim Tötungsversuch, 70 mal überlebten die Opfer nicht. Die Aufklärungsquote bei den Morden lag bei 97,4 Prozent. "Praktisch jeder Mord wurde aufgeklärt", sagte Herrmann.

"Dunkelfeld" bei Internet

Positiv auf die Bilanz wirkte sich der Rückgang bei den über das Internet verübten Straftaten um 12,5 Prozent aus. Bei den gut 21 000 registrierten Fällen entstand ein Schaden von rund 15 Millionen Euro. Herrmann wollte dennoch keine Entwarnung geben, da von einem "sehr hohen Dunkelfeld" auszugehen sei.

Mit Nachdruck verfolgen will Herrmann über das Internet begangene Sexualstraftaten, vor allem beim Kindesmissbrauch. Hier habe sich 2014 die Zahl der angezeigten Straftaten um fast 60 Prozent auf 243 erhöht. Als in Einzelfällen erfolgreiches Instrument würdigte Herrmann dabei die "Schulfahndung": Dabei würden Internetfotos von sexuell missbrauchten Kindern an alle Schulen zur Identifizierung der Opfer geschickt. Vergangenes Jahr habe auf die diese Weise ein Kinderschänder in Niederbayern überführt werden können.

Keine Trendwende gab es 2014 bei den Diebstahlsdelikten. Ihre Zahl stieg um 0,9 Prozent auf mehr als 194 000. Der Schaden summierte sich bayernweit auf 208 Millionen Euro. Als besondere Herausforderung wertete Herrmann die um 28,6 Prozent auf 8210 gestiegene Zahl an Wohnungseinbrüchen. Diesen Trend gelte es wieder umzukehren, so der Minister. Zuwächse weist die Statistik auch bei den Taschendiebstählen (plus 5,3 %), beim Fahrraddiebstahl (plus 5,4 %) und beim Diebstahl aus Kraftfahrzeugen (plus 4,3 %) aus.
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