"Pink Panther" am Werk?

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Bayern
07.03.2015
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Sie schlugen am helllichten Tag blitzschnell zu. Mit Axt und Vorschlaghammer zertrümmerten sie im Juweliergeschäft Vitrinen und erbeuteten Schmuck und Uhren. Vier Täter stehen jetzt vor Gericht, ein fünfter entkam mit dem größeren Teil der Beute.

Vier junge Angeklagte haben am Freitag zum Auftakt ihres Raubprozesses vor dem Münchner Landgericht einen Überfall auf ein Juweliergeschäft in feinster Lage eingeräumt. Das Quartett hatte am Vormittag des 12. Februar 2014 in dem Laden in der Münchener Maximilianstraße mit Axt und Vorschlaghammer Vitrinen zertrümmert und war mit Preziosen im Wert von knapp 820 000 Euro geflüchtet. Die 18 bis 22 alten Angeklagten wurden in Tatortnähe gefasst, ein noch unbekannter fünfter Mann entkam mit Wertsachen für gut 565 000 Euro. Er hatte den Sicherheitsmann des Ladens mit einem spitzen Gegenstand in Schach gehalten.

Typische Vorgehensweise

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die jungen Männer einer Bande - möglicherweise den weltweit gesuchten "Pink Panther" - angehören und eigens zum Überfall aus Rumänien nach München kamen. Durch die Verteidigung ließen die vier vortragen, sie gehörten keiner Gruppierung an, hätten sich nur mit den Mitangeklagten abgesprochen und keine weiteren Verbrechen geplant. Weitere Erklärungen wollten sie nicht abgeben. Ihr Vorgehen war allerdings professioneller als das von Ersttätern, die sie angeblich sind. Auch entsprach ihre Arbeitsweise den Methoden der "Pink Panther", die seit Jahren Räubergruppen in ganz Europa einsetzen - mit Äxten und Hämmern. Die Bande wird für Verluste in zweistelliger Millionenhöhe verantwortlich gemacht.

Bei der Jagd auf die Angeklagten gingen den Fahndern am Thomas-Wimmer-Ring in München zwei Serben in einem Mietwagen ins Netz, die sich in einer kurzfristig angemieteten Wohnung eingenistet hatten. Ein dort geschnappter Dritter hatte einen gefälschten Pass bei sich, in der Wohnung wurde ein mit Klebeband umwickelter Holzstock zum Blockieren von Türen gefunden. Gegen die drei verhandelt zur Zeit eine andere Strafkammer wegen Verabredung zum Raub. Ein Zusammenhang mit dem Überfall der vier Rumänen hat sich offenbar nicht erhärten lassen. Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass die drei ausgerechnet am Tag des Juwelenraubs in der Maximilianstraße dort beim Aushecken eines eigenen Überfalls waren. Die drei haben in ihrem Prozess bisher eisern geschwiegen.

Fünf Tage Prozess

Die Rumänen haben als Motiv für ihre Tat ihre wirtschaftlich angespannte Situation genannt. Nach ihren Erklärungen wollten sie die Überraschung des Personals ausnützen, Gewalt sollte vermieden werden. Er habe nicht bemerkt, dass ein Mann mit einem spitzen Gegenstand bedroht worden sei, ließ einer der vier vortragen. Der Prozess ist auf fünf Tage angesetzt.
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