Polizeistatistik: Leichter Rückgang bei Wohnungseinbrüchen in Bayern
"Moderate Entspannung"

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Bild: dpa
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Bayern
05.11.2015
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Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Bayern ist leicht zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr zeichne sich "eine moderate Entspannung der Lage" ab, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in Nürnberg, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Für eine Entwarnung sei es allerdings noch zu früh.

Der Statistik für die ersten neun Monaten des laufenden Jahres zufolge sei es aber gelungen, den jahrelangen Anstieg von Einbrüchen zu stoppen. Zudem hat die Polizei in den ersten neun Monaten des Jahres knapp 20 Prozent der Delikte aufgeklärt. Zum Vergleich: 2014 betrug die Aufklärungsquote bei 8210 Einbruchsfällen rund 15 Prozent.

Länderübergreifende Aktion

Die Zusammenarbeit von Polizisten aus dem Freistaat und Baden-Württemberg bei der Einbrecherjagd hat sich nach Ansicht von Herrmann bereits bewährt. Bei einer gemeinsamen Aktion vom 22. bis zum 31. Oktober seien 101 Verdächtige vorläufig festgenommen worden. Gegen 17 Menschen seien Haftbefehle erlassen worden, sagte Herrmann.

Die Wohnungseinbrüche zur Tages- und Dämmerungszeit nehmen in der dunklen Jahreszeit laut Herrmann deutlich zu. Viele Einbrüche ereigneten sich am späten Nachmittag, vor allem zwischen 17 und 19 Uhr, betont auch Roman Fertinger vom Polizeipräsidium Mittelfranken. Dunkelheit biete den Einbrechern einen gewissen Schutz. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr die meisten Einbrüche (16,9 Prozent) im Dezember verübt, es folgten November und Oktober mit 11,4 beziehungsweise 11,1 Prozent.

Mobile Banden

Rund die Hälfte aller 2014 in Bayern gefassten Einbrecher waren Ausländer, größtenteils aus Rumänien, Serbien, Polen, Bosnien-Herzegowina und Georgien. In Mittelfranken beispielsweise werden Bandendelikte ausschließlich von Südosteuropäern begangen, sagte Polizeivizepräsident Fertinger. Diese Banden seien äußerst mobil: Sie könnten heute in Nürnberg und morgen in Hannover zuschlagen.

"Trotz der hohen Belastung für die Polizei durch die Flüchtlings-Krise wird die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche nicht vernachlässigt", versicherte Herrmann. So sei beispielsweise die Schleierfahndung bayernweit um täglich bis zu 500 Polizisten verstärkt worden. Unter allen Bundesländern war die Einbruchsgefahr mit 65 Taten pro 100 000 Einwohnern im Freistaat mit am geringsten. Noch besser steht nur Thüringen mit 45 Fällen da.
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