"Pool-Schlitzer" schlägt zu

Noch kann sich dieses Kind im Planschbecken abkühlen - aber wie lange noch? In Münnerstadt (Kreis Bad Kissingen) geht ein "Pool-Schlitzer" um, der den Kindern offenbar den Spaß nicht gönnt. Archivbild: dpa
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Bayern
17.07.2015
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Eine Hitzewelle folgt der nächsten, da freuen sich vor allem Kinder über kühlendes Nass. Am besten gleich mit Pool im eigenen Garten. Doch im unterfränkischen Münnerstadt wird die Sommerfreude bei vielen Familien getrübt.

Ein Serientäter schlitzt seit sechs Jahren in Nordbayern immer wieder im Sommer aufblasbare Schwimmbecken auf. Trotz dieser Regelmäßigkeit tappt die Polizei bei der Suche nach dem Unbekannten im Dunkeln.

40 Becken zerstört

Fast 40 Pools hat der Täter seit 2009 in Münnerstadt (Kreis Bad Kissingen) und der Umgebung zerstört. Dass es sich um einen Serientäter handelt, vermutet die Polizei vor allem aufgrund seiner Herangehensweise.

"Es war immer ein recht langer Schnitt, mit dem er den Kindern die Freude genommen hat. Er hat nicht einfach nur reingestochen", sagte Polizeikommissar Alexander Benkert am Donnerstag und bestätigte damit Berichte der "Bild-Zeitung" und der "Main-Post". Die Serie begann 2009 mit fünf Fällen. Fast jedes Jahr, wenn es warm wurde und die Familien ihre Schwimmbecken in den Gärten ihrer Häuser aufbauten, schlug der Unbekannte wieder zu. Nur 2014 wurde es ruhig. "Vielleicht hat er da Urlaub gemacht", sagte Benkert. Nun ist er wieder da und hat in diesem Jahr bereits zwei Planschbecken zerstört. Zuletzt schlug er vor einer Woche erneut zu.

In den Medien wird er als "Pool-Schlitzer" bezeichnet. Eine Gefahr gehe von dem Täter aber sehr wahrscheinlich nicht aus, sagte Kommissar Benkert. "Er hat sich spezialisiert auf Pools. Er wird sich nicht an Personen heranwagen." Wie der Täter aussehen könnte, weiß die Polizei bislang nicht. "Es hat ihn keiner der Betroffenen gesehen." Ein speziell geschulter Beamter habe nun die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Benkert hofft zudem, dass nach dem derzeitigen Medienrummel um das Thema in den kommenden Tagen mehr Hinweise aus der Bevölkerung eingehen. Sollte der Täter den Beamten ins Netz gehen, droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren wegen Sachbeschädigung. "Aber dafür müssen wir ihn erst einmal bekommen."
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