Positive Zahlen auf dem Arbeitsmarkt - Flüchtlingskrise spürbar
"Goldener Oktober"

Grafik: NT/AZ
Archiv
Bayern
30.10.2015
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Dank des Herbstaufschwungs ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern im Oktober weiter gesunken. Zuletzt waren knapp 232 300 Menschen auf Stellensuche. Das waren etwa 16 600 Jobsucher oder 6,7 Prozent weniger als im September und 9700 Erwerbslose weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,3 Prozent - so niedrig lag sie zuletzt im Herbst 2011. Der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Markus Schmitz, sprach angesichts dieser Zahlen am Donnerstag von einem "Goldenen Oktober".

Dennoch zeichneten sich bereits Vorboten der Flüchtlingskrise ab. Im Oktober sei die Zahl der von den Arbeitsagenturen und Jobcentern betreuten Menschen mit ausländischen Wurzeln um knapp vier Prozent gestiegen. Derzeit würden etwa 13 500 Menschen mit Fluchthintergrund betreut, Tendenz steigend. Für ein zusätzliches Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm stellt die Agentur im nächsten Jahr 45 Millionen Euro zur Verfügung.

Trotzdem dürfe man auch die Langzeitarbeitslosen nicht aus den Augen verlieren, betonte Schmitz. Ihre Zahl sei um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf etwa 64 400 zurückgegangen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erreichte laut Schmitz ein "Allzeit-Hoch". Nach jüngsten Zahlen vom August stieg die Zahl der Menschen mit regulärem Job auf rund 5,2 Millionen. Der Bestand offener Stellen in Bayern lag mit 94 600 so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Auch auf dem Lehrstellenmarkt fiel die Bilanz positiv aus. Zum Ende im September hätten zwar 874 junge Menschen noch keinen Ausbildungsvertrag gehabt; rund 22 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Im Schnitt entfielen auf 100 Bewerber etwa 118 Lehrstellen.

Bundesweit sank die Zahl der Arbeitslosen auf den niedrigsten Stand seit fast 24 Jahren. Im Oktober waren 2,649 Millionen Menschen ohne Job, das waren 59 000 Erwerbslose weniger als im September und 83 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent. Niedriger lag sie zuletzt im März 1991. Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise rechnet zumindest bis zum Jahresende mit einer Fortsetzung des Arbeitsmarktaufschwungs. Im November könnten die guten Oktoberzahlen sogar noch einmal unterschritten werden.
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