Proteste wegen "Dialekt-Debakel" in "Tannbach"-Serie
Franken verärgert

Bayern ist nicht gleich Bayern: Fränkische Fans bemängeln beim ZDF-Dreiteiler "Tannbach" (hier Schauspieler Alexander Held in einer Szene), der auch in Tschechien und Thüringen gedreht wurde, die sprachliche Authentizität. Bild: dpa
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Bayern
09.01.2015
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Die Wahl des oberbayerischen Dialekts im ZDF-Dreiteiler "Tannbach" über das Nachkriegsschicksal des fränkischen Dorfs Mödlareuth hat auf Twitter einen Proteststurm ausgelöst. "Der bayrische Dialekt in ,Tannbach' zeugt von völliger Ignoranz. In dieser Gegend sprechen die Menschen fränkisch und das klingt ganz anders", twitterte ein TV-Zuschauer. Der Mehrteiler ging am Mittwoch mit 6,59 Millionen Zuschauern zu Ende - ein Quotenhit.

Die Tageszeitung "Der Fränkische Tag" sprach von einem "Dialekt-Debakel": Tannbach sei einfach nach Oberbayern verpflanzt worden. Verärgert zeigte sich auch der "Fränkische Bund". Er sprach von einer "Dreistigkeit" des ZDF, "den Seppldialekt im fränkischen Mödlareuth erklingen" zu lassen. "Es war richtig krass, weil ja ansonsten jeder Besenstil und jeder Grashalm detailgetreu und präzise der Zeit entsprechend dargestellt wurde", beklagte Mitbegründer Joachim Kalb.

Ziel: "Ländlicher Dialekt"

Eine ZDF-Sprecherin sagte am Donnerstag, die Filmemacher hätten im Vorfeld die Dialektfrage eingehend erörtert. "Es sollte auf jeden Fall eine ländliche Dialektfärbung sein", sagte sie. Auch sollte der Dialekt von möglichst vielen TV-Zuschauern verstanden werden. Zudem stehe das in dem ZDF-Dreiteiler vorgestellte Dorf stellvertretend für alle anderen früheren Orte entlang der Grenze. "Und auch in Mödlareuth hat es vor 70 Jahren noch andere Dialektfärbungen gegeben", argumentierte die Sprecherin.
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