Prozess gegen mutmaßlichen Heckenschützen startet
Anwalt vor Gericht: Versuchter Mord?

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Bayern
16.09.2015
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Aus seiner Wohnung heraus soll er Autos beschossen haben - nun muss sich der mutmaßliche Heckenschütze wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 50-Jährigen vor, zwischen August und November 2014 in Nürnberg mit einem Druckluftgewehr auf parkende und fahrende Fahrzeuge in rund 100 Metern Entfernung geschossen zu haben. Den Tod der Insassen - so der Vorwurf - nahm der Rechtsanwalt in Kauf. Ihm droht eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Prozessbeginn ist heute um 9 Uhr.

Der verheiratete Mann hatte die Schüsse nach seiner Festnahme bereits zugegeben. Allerdings betonte er, dass er niemanden habe töten wollen. Sein Motiv ist bislang unklar. Der damals 49-Jährige habe im wohl schwerwiegendsten Fall das Auto eines Mannes "während der Fahrt getroffen - der Fahrer war dabei im Auto", wie Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke im November vergangenen Jahres gesagt hatte. Da auf deutschen Straßen niemand damit rechne, beschossen zu werden, sei der Fahrer "völlig arg und wehrlos" gewesen. Das Opfer hatte Anzeige erstattet, weil es eine Beschädigung an seiner Beifahrertür entdeckt hatte. In einem weiteren Fall soll der Mann unmittelbar nach einem Unfall auf das stehende Auto einer Frau aus Fürth geschossen haben. Sie hatte an der Beifahrertür einen Schaden festgestellt - die Polizei fand daraufhin in der Gummidichtung ein deformiertes Geschoss.

Waffe ohne Erlaubnis

Tatwaffe war nach bisherigen Erkenntnissen ein erlaubnispflichtiges Kleinkaliber-Druckluftgewehr für Jagd- oder Sportzwecke. Die Geschosse seien mit hohem Druck aus der Waffe geflogen und hätten eine recht große Reichweite gehabt, hieß es. Die Waffe besaß der mutmaßliche Heckenschütze illegal. Auf die Spur des der Polizei bis dahin unbekannten Nürnbergers waren die Beamten nach dem Hinweis eines Passanten gekommen, der im Vorbeigehen an dem Haus Schüsse wahrgenommen hatte. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden Ermittler anschließend fünf Waffen und Zubehör.
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