Prozess um angeblich geplante Entführung eines Richters
Mithäftlinge belasten Ex-NKD-Manager

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Bayern
12.05.2015
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Im Hofer Prozess um die angeblichen Entführungs- und Mordpläne gegen einen Richter haben zwei Zeugen den Angeklagten belastet. Ein Häftling sagte am Montag vor dem Landgericht, er und ein Mitgefangener seien von dem Angeklagten beauftragt worden, einen Richter entführen zu lassen. Der Zeuge ist ein 25-Jähriger, der im Dezember 2014 wegen der Entführung eines Schweizer Anwalts zu sechs Jahren Haft verurteilt worden war.

Der Angeklagte war früher als Manager bei der Textilkette NKD tätig. Wegen des Verdachts der Untreue kam er 2013 in Untersuchungshaft. Inzwischen ist er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seit der Vorwoche steht er erneut vor Gericht. Der Vorwurf: Um einer Verurteilung zu entgehen, soll er Entführung und Ermordung seines Richters in Auftrag gegeben haben.

Etwa 50 Gespräche zwischen den beiden Gefangenen und dem Angeklagten habe es gegeben, sagte der Zeuge. Dabei hätten sie Zettel erhalten, auf denen handschriftlich Forderungen an den Richter notiert waren - etwa "Aufhebung Haftbefehl sofort". Wenn der Richter nicht zustimmen sollte, hätte er getötet werden sollen. Die beiden seien zum Schein auf das Angebot eingegangen, hätten aber nie vorgehabt, die Taten wirklich auszuführen. Irgendwann habe er die Polizei informiert, sagte der Zeuge. Auch habe er Angst vor dem Angeklagten gehabt. Deswegen sei er vom Hofer Gefängnis nach Bayreuth verlegt worden.

Angeklagter gefährlich

Der andere Mitgefangene bestätigte diese Angaben. Sie seien vom Angeklagten bedroht worden, sagte er. Er habe zur Polizei gesagt: "Dieser Mensch meint es ernst, der ist gefährlich." Der 41-Jährige, der wegen eines Drogendelikts in Haft sitzt, trug im Gerichtssaal sogar eine schusssichere Weste. Der Angeklagte selbst schwieg zu den Vorwürfen.
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