Rätselhafte Auto-Attacke

Polizisten stehen in Nürnberg vor einem Cafe, nachdem hier ein Autofahrer in eine Menschengruppe gefahren ist. Bild: dpa
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Bayern
21.04.2015
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Mit einem Auto fährt ein 42-Jähriger in die Menschengruppe vor einem Straßenlokal. Drei Gäste werden schwer verletzt, einer ringt zunächst um sein Leben. Das Motiv bleibt unklar. Die Polizei vermutet einen persönlichen Konflikt - die Beteiligten kannten sich.

Nachdem ein Autofahrer am Sonntagabend in Nürnberg offenbar mit voller Absicht mehrere Gäste eines Straßenlokals angefahren hat, wurde der Fahrer am Montag dem Haftrichter vorgeführt. Er kam wegen des Verdachts auf versuchten Mordes in Untersuchungshaft.

Lebensgefährlich verletzt

Den drei 37, 38 und 42 Jahre alten Opfern ging es derweil wieder etwas besser, wie ein Polizeisprecher berichtete. Sie waren zum Teil lebensgefährlich verletzt worden, als der Mann mit seinem Auto auf den Bürgersteig vor dem Lokal fuhr, wo etwa zehn Menschen an Tischen und Stühlen im Freien saßen.

Es war ein unerwarteter Schreckensmoment für die Gäste des Lokals, die am frühen Abend bei schönstem Frühlingswetter beisammen saßen. Laut Zeugen beschleunigte der 42-Jährige seinen Wagen, als er Kurs auf die Sitzgruppen an einer Straßenkreuzung nahm. Nach dem Zusammenstoß bot sich ein Bild der Verwüstung: Stühle lagen kreuz und quer, dazwischen Plastikflaschen und Sitzpolster. Ein Stromverteilerkasten wurde aus der Verankerung gerissen und auf den Gehweg geschleudert. Um die Geschwindigkeit des Autos zu bestimmen, wurde ein Gutachter eingeschaltet.

Kein politisches Motiv

Politische Hintergründe schließen die Ermittler nach bisherigen Erkenntnissen ebenso aus wie medizinische Ursachen oder einen Verkehrsunfall. Stattdessen vermuten sie persönliche Gründe für die Attacke, denn Täter und Opfer kannten sich wohl. "Irgendwas muss gewesen sein, aber um das zu klären, müssen wir erst einmal die drei Geschädigten vernehmen", so der Polizeisprecher.

Eine gemeinsame Vernehmung sei aber aufgrund der Verletzungen nicht möglich gewesen. Immerhin schwebte der am schlimmsten Verletzte (37) nicht mehr in Lebensgefahr. "Er befindet sich auf dem Weg der Besserung", schilderte der Sprecher. Ein weiterer Verletzter habe bereits entlassen werden können, während ein drittes Opfer noch behandelt werde. Der Fahrer machte bei seiner Vernehmung keinerlei Angaben. Er war wenige Minuten nach dem Vorfall wenige hundert Meter vom Tatort entfernt von der Polizei, die sofort eine Großfahndung eingeleitet hatte, festgenommen worden.
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