Ralph Siegel stellt 480 Seiten starke Autobiografie vor
Langes Musikerleben

Ralph Siegel. Bild: dpa
Archiv
Bayern
09.09.2015
5
0
Er war der "Mr. Grand Prix" - bis Stefan Raab kam. Ob Ralph Siegel bis heute damit hadert, dass Raab ihm diese Position streitig machte? In seiner Autobiografie, die er am Dienstag in München vorstellte, verliert er kein böses Wort über den Konkurrenten. Dabei schrieb der doch unter dem Pseudonym "Alf Igel" Guildo Horns Grand-Prix-Song und ließ keine Gelegenheit aus, den Altmeister zu provozieren.

"So wahnsinnig komisch fand ich in diesem Moment das Schauspiel ehrlich gesagt nicht", schreibt Siegel über diese Spitzen und die Medien, die auf die Geschichte aufsprangen. "Du hast in deinem Buch, obwohl du viel Grund gehabt hättest, mit niemandem eine harsche Abrechnung gemacht. Es gibt keine bösen Worte", sagt Sabine Sauer, die die Buchpräsentation im Verlagshaus moderiert. "Das zeugt von Größe."

Und so erzählt Siegel auf 480 Seiten, was er erlebt hat in seinem langen Musikerleben. Von den unzähligen Künstlern, die er förderte, von den mehr als 2000 Liedern, die er schrieb. Vom Grand-Prix-Erfolg mit Nicole und "Ein bisschen Frieden", der auf einer Kette unglaublicher Zufälle beruhte. Und auch von seinen drei Ehefrauen. Vor allem aber erzählt er die Geschichte eines Workaholics, der im Zweifel auch seine Gesundheit der Karriere opferte - zwei Hörstürze, Prostatakrebs.

Siegel, der am 30. September seinen 70. Geburtstag feiert, beharrt auf seinen Themen, ganz egal, wie sich die Welt um ihn herum ändert. In Zeiten von Streaming-Portalen, die die alte Fernsehwelt aus den Angeln heben, sagt er, dass das Privatfernsehen viel verändert habe. In einem Land, über das längst eine neue Neue Deutsche Welle hinweggeschwappt ist, fordert er mehr deutsche Musik. Vielleicht schreibe er noch eine Biografie. Er habe so viel zu erzählen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.